Am Morgen des 26. September 1994 machte sich die 24-jährige US-Studentin Amy Lopez allein auf den Weg zur Festung Ehrenbreitstein in Koblenz. Nur rund 90 Minuten später ist sie tot. Sexuell misshandelt und brutal ermordet. Bis heute ist der Täter unbekannt.
Amy Lopez wurde 1970 im US-Bundesstaat Texas geboren. Nach dem Collegeabschluss im Jahr 1994 schenkte ihr Vater ihr eine Europareise, eine Auszeit, bevor sie in den USA ein Medizinstudium beginnen wollte. Amy freute sich auf die Reise, die sie gemeinsam mit einer Gruppe durch mehrere Länder führte.
Ende September machte die Reisegruppe Station in
Koblenz. Am 25. September 1994 erreichte Amy Lopez die Stadt am Rhein. Am Abend verabschiedete sie sich von ihren Mitreisenden, um Koblenz auf eigene Faust zu erkunden.
Der Aufgang zur Festung Ehrenbreitstein (Bildquelle: Polizei Koblenz)
Der letzte Morgen
Am Morgen des 26. September 1994 machte sich die 24-Jährige allein auf den Weg zur Festung Ehrenbreitstein, einem der bekanntesten Wahrzeichen der Region. Gegen 8.00 Uhr fuhr sie zunächst mit dem Bus bis zur Haltestelle unterhalb der Festung. Zeugen sahen, wie sie dort ausstieg und zu Fuss weitergehen wollte.
Um 8.50 Uhr wurde Amy Lopez letztmals lebend auf dem Felsenweg zur Festung gesehen.
Nur wenig später nahm der Tag eine tragische Wendung: Um 10.15 Uhr wurde ihre
Leiche in einem abgelegenen Raum der Festung gefunden, dem sogenannten General-Aster-Zimmer. Amy Lopez wurde sexuell misshandelt und brutal ermordet.
Der
Mord erschüttert die Region und bleibt bis heute ungeklärt.
General-Aster-Zimmer (Bildquelle: Polizei Koblenz)
Ehrenbreitstein Luftaufnahme (Bildquelle: Polizei Koblenz)
Der Leichenfund
An die 90 Minuten nach der letzten Sichtung wird Amy Lopez tot gefunden. Gegen 10.15 Uhr entdecken zwei Jugendliche ihre Leiche in einem Turmbereich unterhalb der Festung Ehrenbreitstein.
Der Fundort ist ein abgelegener Raum, der im Festungsplan als „Arbeitszimmer des Generals von Aster“ bezeichnet wird. Tatsächlich handelt es sich um eine kleine, unscheinbare Nische innerhalb der historischen Anlage. Der Bereich war bereits damals wenig frequentiert und galt als heruntergekommen. Er wurde – wie auch heute noch – gelegentlich von Jugendlichen oder Obdachlosen aufgesucht.
Brille mit brauner Fassung (Bildquelle: Polizei Koblenz)
Der Täter nahm persönliche Gegenstände mit
Nach der Tat verschwanden mehrere persönliche Gegenstände des Opfers. Dazu zählen:
- eine Brille mit brauner Fassung
- ein silbernes Armkettchen mit groben Gliedern
- eine silberfarbene Timex-Digitaluhr mit beschädigtem Armband
- weiße Nike-Sportschuhe „Cross Trainer Low“, vermutlich Größe 39, mit pinkfarbenen Details
- eine weiße Bauchtasche mit Travellerschecks und Dollarnoten
Die Ermittler gehen davon aus, dass sich diese Gegenstände möglicherweise noch heute im Besitz des Täters befinden.
Verschwundene Gegenstände (Bildquelle: Polizei Koblenz)
Weiße Unterhose (Bildquelle: Polizei Koblenz)
Das Täterprofil
Nach Auswertung der Spuren geht die Polizei von einem Einzeltäter aus. Zum Tatzeitpunkt dürfte er zwischen 18 und 35 Jahre alt gewesen sein. Es gab keine persönliche Beziehung zwischen Täter und Opfer.
Die Ermittler vermuten, dass der Mann einen starken regionalen Bezug zu Koblenz oder zur Festung Ehrenbreitstein hatte – etwa durch Wohnort, Arbeit oder familiäre Kontakte. Möglich ist auch, dass er später aus der Region weggezogen ist. Zudem schliessen die Behörden nicht aus, dass er bereits zuvor durch Gewalt- oder Sexualdelikte aufgefallen war.
Offene Fragen – und die Hoffnung auf Hinweise
Drei Jahrzehnte nach der Tat sind noch immer entscheidende Fragen unbeantwortet.
Die Polizei Koblenz bittet weiterhin um Hinweise:
- Wer hat Amy Lopez am 26. September 1994 zwischen 9.00 Uhr und 10.15 Uhr in Koblenz gesehen?
- Wer hat im Bereich der Festung Ehrenbreitstein verdächtige Beobachtungen gemacht?
- Gibt es weitere Personen, die im Bereich der Festung oder in Koblenz Opfer von Sexualstraftaten wurden?
- Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, ist eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt.
Zeugenaufruf
Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Koblenz unter der Telefonnummer 0261 / 92156-390 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.