Ungelöst – Mord an einem Zwölfjährigen – der Fall Reiner Koch
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Porträt Reiner Koch (Bildquelle: Polizei Berlin)
Im Januar 1973 verschwindet der zwölfjährige Reiner Koch auf dem Heimweg von seinem Fußballtraining in Berlin-Neukölln. Zwei Tage später wird er tot in Charlottenburg aufgefunden. Trotz umfangreicher Ermittlungen konnte die Tat bis heute nicht aufgeklärt werden.
Am 16. Januar 1973 macht sich der 12-jährige Reiner Koch nach seinem Fußballtraining beim Verein „Tasmania 1900“ auf den Heimweg. Gegen 18:20 Uhr wird er zuletzt im Bereich des Thomasparks in Neukölln gesehen.
An diesem Tag kommt es zu einem Streit während des Trainings, daraufhin scheint Reiner verstimmt zu sein und beschließt die Abkürzung durch den Thomaspark zu nehmen. Seine Freunde nehmen den gewohnten, beleuchteten Weg.
Von dort sind es nur noch wenige Minuten bis zur Wohnung seiner Familie. Doch der Junge kommt nie an.
Fund am Olympiastadion
Zwei Tage später, am 18. Januar 1973, wird Reiner Koch tot auf einem Gehweg nahe des Olympiastadions in Berlin-Charlottenburg entdeckt. Ein Polizist auf dem Heimweg findet die Leiche des Jungen, mehrere Kilometer von Reiners Wohnort entfernt. Der Junge wurde erwürgt und vermutlich sexuell missbraucht.
Wie genau es zu der Tat kam, konnte nie vollständig geklärt werden.

Diese Kleidung trug Reiner bei seinem Verschwinden (Bildquelle: Polizei Berlin)
Weitere Spuren
Am 19. Januar 1973 wird Reiners Kleidung gefunden, in Plastiktüten verpackt und auf einer Straße im Berliner Ortsteil Britz abgelegt.
- Neukölln (Verschwinden)
- Charlottenburg (Leichenfund)
- Britz (Kleidungsstücke)
Fallanalytiker vermuten, dass der Täter bewusst von sich und seinem Umfeld ablenken wollte. Nach Erkenntnissen aus dem Jahr 2024 wird zudem für möglich gehalten, dass Reiner Koch seinen späteren Mörder kannte.

In diesen Plastiktüten waren Reiners Kleidungsstücke verpackt (Bildquelle: Polizei Berlin)
Offene Fragen
Bis heute ist unklar:- Wer Reiner Koch auf seinem Heimweg begegnete
- Wie er vom Thomaspark bis zum Olympiastadion gelangte
- Wer seine Kleidung später in Britz ablegte
Die Polizei prüfte zahlreiche Hinweise, doch ein Täter konnte nie ermittelt werden.
Ermittlungen dauern an
Der Fall wird inzwischen als Cold Case vom Landeskriminalamt Berlin bearbeitet. Die Ermittler hoffen weiterhin auf neue Hinweise, auch Jahrzehnte nach der Tat.
Dabei richten sich die Fragen unter anderem an mögliche Zeugen aus der damaligen Zeit:
- Wer machte Beobachtungen am Abend des Verschwindens im Bereich Thomaspark?
- Wer hielt sich in den Nächten danach im Bereich Olympiastadion oder Britz auf?
- Wer kann Angaben zu den aufgefundenen Gegenständen machen?