Update Stade – Haftbefehl nach sechsfachem Mord erlassen
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Nach der tödlichen Schussattacke in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade hat das Amtsgericht Haftbefehl gegen den 45-jährigen Tatverdächtigen wegen sechsfachen Mordes erlassen. Die Ermittlungen werden inzwischen von einer Mordkommission geführt.
Haftbefehl wegen sechsfachen Mordes
Nach dem Tötungsdelikt in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade dauern die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft weiter an.
Die Staatsanwaltschaft Stade beantragte Haftbefehl gegen den 45-jährigen mutmaßlichen Schützen wegen Mordes in sechs Fällen.
Das Amtsgericht Stade erließ den Haftbefehl am späten Montagnachmittag. Der Beschuldigte wurde anschließend in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.
Schüsse während Hilfeplangesprächs
Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Beschuldigte am Sonntag (29.06.2026) gegen 12 Uhr während eines Hilfeplangesprächs in der Jugendhilfeeinrichtung in der Dankersstraße plötzlich eine mitgebrachte Schusswaffe gezogen und auf die anwesenden Mitarbeitenden geschossen haben.
Fünf Opfer starben noch am Tatort, eine weitere Person erlag später im Krankenhaus ihren Verletzungen.
Die Staatsanwaltschaft geht aufgrund der Mordmerkmale Heimtücke und niedrige Beweggründe von sechsfachem Mord aus.
Alle Opfer waren Mitarbeitende
Bei den Todesopfern handelt es sich um sechs Erwachsene.
Getötet wurden zwei Frauen und ein Mann aus dem Raum Hannover, die sich als Mitarbeitende des Jugendamtes der Region Hannover zu einem Termin in der Einrichtung aufhielten.
Außerdem kamen zwei Frauen und ein Mann ums Leben, die als Mitarbeitende der Stader Jugendhilfeeinrichtung tätig waren.
Zwei Frauen wieder auf freiem Fuß
Gegen die beiden zunächst ebenfalls tatverdächtigen Frauen stellte die Staatsanwaltschaft keinen Antrag auf Untersuchungshaft.
Sie wurden aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen.
Mordkommission übernimmt Ermittlungen
Mit der Haftentscheidung wurde die bisherige besondere Aufbauorganisation der Polizei in eine Mordkommission überführt.
Die Ermittler werten weiterhin zahlreiche Hinweise sowie Bild- und Videomaterial aus, das über das eingerichtete Hinweisportal eingegangen ist. Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung.
Andacht für die Opfer
Für die sechs Getöteten fand am Montagabend eine Andacht in der St.-Wilhadi-Kirche in Stade statt.
Angehörige, Betroffene sowie Bürgerinnen und Bürger hatten dort die Möglichkeit, gemeinsam der Opfer zu gedenken.
Quelle der Polizeinachricht: Polizeidirektion Lüneburg