Vier Jahre nach der Tat – Gedenken an zwei getötete Polizisten
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Symbolbild (Bildquelle: Redaktion Polizeiticker Deutschland)
Am 31.01.2026 erinnert das Polizeipräsidium Westpfalz an seine im Jahr 2022 ermordeten Kollegen Yasmin B. und Alexander K. Die beiden Polizeibeamten wurden während einer nächtlichen Verkehrskontrolle bei Kusel erschossen. Die Polizeifamilie gedenkt der Getöteten in Stille.
Der Einsatz in der Tatnacht
In den frühen Morgenstunden des 31.01.2022 befanden sich zwei Polizeibeamte der Polizeiinspektion Kusel auf regulärer Streifenfahrt in der Westpfalz.
Gegen 04:20 Uhr kontrollierten sie auf einer abgelegenen Kreisstraße nahe Ulmet einen auffälligen Kastenwagen. Die Örtlichkeit war ländlich geprägt, der Verkehr zu dieser Uhrzeit gering. Die Kontrolle verlief zunächst routinemäßig.
Die Streife bestand aus der 24-jährigen Polizeianwärterin Yasmin B. und ihrem erfahrenen Kollegen, dem 29-jährigen Polizeikommissar Alexander K. Während Alexander K. an das angehaltene Fahrzeug herantrat, sicherte Yasmin B. die Kontrolle in unmittelbarer Nähe des Streifenwagens ab.
Hinweise auf eine schwere Straftat
Im Kastenwagen befanden sich zwei Männer. Während der Kontrolle stellten die Beamten im Laderaum mehrere erlegte Wildtiere fest. Zudem ergaben sich weitere Hinweise auf illegale Jagd.
Den Beamten war klar, dass es sich nicht um einen geringfügigen Verstoß handelte, sondern um den Verdacht einer schweren Straftat.
Alexander K. entschloss sich daraufhin, über Funk Verstärkung anzufordern.
„Die schießen auf uns!“
Kurz darauf eskalierte die Situation. Über den Polizeifunk ging ein Notruf ein, der später bundesweit bekannt wurde: „Die schießen auf uns!“
Es war die letzte überlieferte Funkmeldung der Streife.
Unmittelbar danach eröffnete der Fahrer des Kastenwagens, Andreas S., mit einer Jagdwaffe das Feuer auf die Polizeibeamten.
Die späteren Ermittlungen und das Urteil stellten fest, dass es sich nicht um eine unkontrollierte Panikreaktion handelte, sondern um gezielte Schüsse.
Zwei junge Beamte sterben am Tatort
Alexander K. wurde als Erster tödlich getroffen. Kurz darauf erschoss der Täter auch Yasmin B. Beide Beamten erlitten tödliche Kopfschüsse und starben noch am Tatort.
Ein Abwehr- oder Fluchtgeschehen konnte nicht festgestellt werden. Den Beamten blieb keine realistische Möglichkeit, auf den Angriff zu reagieren oder sich in Sicherheit zu bringen.
Flucht und Festnahme der Täter
Nach der Tat verließen die Täter den Kontrollort. In der Folge versuchten sie, belastende Spuren zu beseitigen. Waffen, Kleidung und weitere Gegenstände wurden teilweise gereinigt, versteckt oder entsorgt.
Noch in den Morgenstunden leitete die Polizei eine großangelegte Fahndung ein. Bereits wenige Stunden später konnten die beiden Tatverdächtigen im Saarland festgenommen werden. Der Zugriff verlief ohne Widerstand.
Tatmotiv und Bedeutung des Verbrechens
Die Ermittlungen ergaben, dass der Haupttäter aus dem Motiv handelte, eine umfangreiche und gewerbsmäßig betriebene Wilderei zu verdecken. Die Tötung der beiden Polizeibeamten sollte verhindern, dass diese Straftaten entdeckt und verfolgt werden.
Die Tat vom 31.01.2022 zählt zu den schwersten Gewaltverbrechen gegen Polizeibeamte in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Sie erschütterte die Region und ganz Deutschland – insbesondere wegen der gezielten Tötung zweier junger Beamter während einer regulären Amtshandlung.
Das Urteil
Der Hauptangeklagte, Andreas S., wurde im November 2022 vom Landgericht Kaiserslautern wegen zweifachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.
Besondere Schwere der Schuld: Das Gericht stellte die besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren nahezu ausschließt. Das Urteil ist seit Juli 2023 rechtskräftig.

(Symbolbild) (Bildquelle: NoName_13 von Pixabay)
Gedenken vier Jahre nach der Tat
Am 31.01.2026 gedenken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Polizeipräsidiums Westpfalz ihrer Kollegen Yasmin B. und Alexander K., die am 31.01.2022 bei einer Verkehrskontrolle im Landkreis Kusel getötet wurden.
„Es gibt Tage, an denen die Worte nicht ausreichen. Tage, an denen wir spüren, wie sehr ihr fehlt“, heißt es aus dem Polizeipräsidium.
Polizeipräsident Hans Kästner erklärte:
„Jeden Tag, wenn wir unsere Uniform anziehen, denken wir an euch. An euren Mut, eure Entschlossenheit und eure Menschlichkeit. Ihr habt uns daran erinnert, warum wir diesen Beruf gewählt haben: um zu helfen, zu schützen und für Gerechtigkeit einzustehen.“
Zum Andenken besucht der Behördenleiter im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die letzten Ruhestätten der Verstorbenen und legt Blumen nieder. Eine offizielle Veranstaltung findet nicht statt. Die Polizeifamilie gedenkt in Stille.
Quelle der Polizeinachricht: Polizeipräsidium Westpfalz