Header Logo

Polizei

ticker

Baden Wuerttemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein Westfalen
Rheinland Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen Anhalt
Schleswig Holstein
Thueringen
Canton Icon

Weisweiler/Wesel – Weitere Sabotageakte an Strominfrastruktur

Redaktion Polizeiticker Deutschland

Nächster ❯

Der Blick zeigt einen großen Strommast, der sich gegen einen bewölkten Himmel abhebt. Stromleitungen verlaufen in beide Richtungen.
(Symbolbild) (Bildquelle: ollis_picture (CC0) - (Symbolbild))

Die Polizei hat ihre Ermittlungen zur Sabotageserie an der Strominfrastruktur ausgeweitet. Bei Weisweiler wurden weitere Abschussvorrichtungen entdeckt, während im Kreis Wesel ein aufgeschnittener Zaun an einem Umspannwerk untersucht wird.

Die Polizei Köln hat ihre Ermittlungen zur Serie von Sabotageakten an Umspannwerken und Hochspannungsleitungen ausgeweitet. Am Sonntag rückten insbesondere neue Vorfälle bei Weisweiler und im Kreis Wesel in den Fokus. Gleichzeitig sucht eine 60-köpfige Ermittlungsgruppe bundesweit nach möglichen weiteren Tatorten.

Abschussvorrichtungen bei Weisweiler entdeckt

Am Sonntagnachmittag erhielt die Polizei Hinweise auf eine verdächtige Person im Umfeld des Kraftwerks Weisweiler. Bei den anschließenden Maßnahmen stellten Einsatzkräfte fest, dass nahe einer Hochspannungsleitung mehrere Abschussvorrichtungen aufgestellt worden waren.
Die Polizei sperrte das Gebiet weiträumig ab und leitete eine dringende Fahndung ein. Wegen des Polizeieinsatzes wurde auch die A4 zwischen den Anschlussstellen Eschweiler-Ost und Langerwehe in beiden Fahrtrichtungen gesperrt.
Die Ermittler suchen Zeugen, die am Sonntag Beobachtungen im Zusammenhang mit dem Aufstellen der Abschussrampen gemacht haben. Gesucht werden insbesondere Hinweise zu verdächtigen Personen oder Fahrradfahrern sowie zu Fahrzeugen einschließlich Farbe, Modell, Kennzeichen und Insassen.
Auch Kameraaufnahmen aus dem Bereich, beispielsweise von Wildkameras, sind für die Ermittler von Interesse.

Aufgeschnittener Zaun an Umspannwerk im Kreis Wesel

Die Polizei Köln hat zudem die Ermittlungen zu einem aufgeschnittenen Zaun an einem Umspannwerk im Kreis Wesel übernommen. Die Anlage wird gemeinsam mit dem Betreiber überprüft.
Bereits am Sonntagabend gegen 22 Uhr waren zahlreiche Polizeikräfte am Umspannwerk Niederrhein in Wesel im Einsatz. Das weitläufige Gelände wurde durchsucht, zudem kreiste ein Polizeihubschrauber über dem Bereich.
Nach Zeugenberichten waren zuvor Unregelmäßigkeiten auf dem Gelände festgestellt worden. Bei einer ersten Überprüfung entdeckten Einsatzkräfte ein Loch im Sicherheitszaun. Ob Unbekannte dadurch auf das Gelände gelangten und ob technische Anlagen beschädigt oder manipuliert wurden, wird noch untersucht.

60-köpfige Ermittlungsgruppe prüft bundesweit weitere Tatorte

Eine eigens eingerichtete 60-köpfige Ermittlungsgruppe wertet umfangreiche Unterlagen aus dem Besitz des gesuchten Tatverdächtigen aus. Dabei prüfen die Ermittler Hinweise auf mögliche weitere Tatorte im gesamten Bundesgebiet.
Links Nahaufnahme eines Mannes mit Brille, rechts derselbe Mann am See an einem sonnigen Tag.
Die Polizei sucht diesen 48-jährigen Mann wegen Sabotage an Umspannwerken in mehreren Bundesländern. (Bildquelle: Polizei Köln)
Gleichzeitig laufen in Nordrhein-Westfalen Polizeieinsätze aufgrund von Hinweisen zum möglichen Aufenthaltsort des 48-jährigen Tatverdächtigen aus Gevelsberg. Einzelheiten zu diesen Maßnahmen nennt die Polizei bewusst nicht, um den Erfolg der Fahndung nicht zu gefährden.
Der Mann wird im Zusammenhang mit einer Serie von Sabotageakten und -versuchen an der Stromversorgung gesucht. Die Polizei fahndet öffentlich mit Fotos nach ihm und sucht zudem nach einem matt-schwarzen Trekkingrad der Marke Trenoli, Modell „Tazio Sportivo M“, das er möglicherweise nutzt. Eine großangelegte Suche im Bereich des Hambacher Forsts blieb zuvor ohne Erfolg.
Ein schwarzes Trekkingfahrrad der Marke Trenoli, seitlich abgebildet, vor einem grauen Hintergrund.
Die Polizei sucht nach einem schwarzen Trenoli Trekkingrad, das der gesuchte Daniel V. möglicherweise nutzt. (Bildquelle: Polizei Brandenburg)

Sabotagefälle in mehreren Bundesländern

Die Ermittlungen betreffen inzwischen Vorfälle in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen. Entsprechende Vorrichtungen beziehungsweise Sabotageakte wurden unter anderem im Raum Jänschwalde beziehungsweise Turnow-Preilack sowie in Bergheim, Dormagen, Weisweiler und an Hochspannungstrassen in den Landkreisen Bautzen und Görlitz festgestellt.
In mehreren Fällen wurden selbst gebaute Vorrichtungen entdeckt, mit denen offenbar leitfähiges Material in Richtung von Hochspannungsleitungen gebracht werden sollte, um Kurzschlüsse auszulösen. Allein in Sachsen stellten Spezialkräfte zwölf solcher Vorrichtungen sicher und entschärften sie.
Bei früheren Ermittlungsmaßnahmen durchsuchte die Polizei unter anderem das Wohnhaus des Gesuchten in Gevelsberg und einen zu einem Wohnmobil umgebauten Lkw im Kreis Düren. Der 48-Jährige wurde nicht angetroffen. Die Ermittlungen stehen auch im Zusammenhang mit Bekennerschreiben, in denen sich der Verfasser gegen die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen richtet und mehrere Tatorte nennt.
Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise zu verdächtigen Beobachtungen im Umfeld von Umspannwerken, Kraftwerken und Hochspannungsleitungen. Im aktuellen Fall bei Weisweiler sollen entsprechende Beobachtungen unmittelbar über den Polizeinotruf 110 gemeldet werden.

Zeugenaufruf

Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise zum Aufenthaltsort des Gesuchten. Hinweise nimmt die Polizei rund um die Uhr unter 0331 505950 entgegen. Informationen sowie Bild- und Videomaterial können außerdem über das Hinweisportal der Polizei NRW übermittelt werden.

Quelle der Polizeinachricht: Polizei Köln / Polizei Brandenburg

Kategorien:

Nordrhein-Westfalen
Fahndungen
Zeugenaufrufe

Nächster ❯