Wiesbaden – Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern
Wiesbaden – Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Symbolbild Haft. (Bildquelle: Kantonspolizei Basel-Stadt)
Gegen einen 77-jährigen Mann aus dem Lahn-Dill-Kreis ist am Mittwoch, 22.01.2026, Anklage wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern erhoben worden. Der Mann soll Kinder und Jugendliche in zahlreichen Ländern missbraucht und die Taten dokumentiert haben.
Nach intensiven Ermittlungen des Hessischen Landeskriminalamts (HLKA) gegen einen 77-Jährigen hat die Staatsanwaltschaft Limburg an der Lahn – Zweigstelle Wetzlar – Anklage gegen den Mann aus dem Lahn-Dill-Kreis vor dem Amtsgericht – Schöffengericht – Wetzlar erhoben.
Der Angeschuldigte steht im Verdacht, in 13 unterschiedlichen Ländern eine Vielzahl von Kindern und Jugendlichen schwer sexuell missbraucht und die Taten durch Foto- und Videoaufnahmen dokumentiert zu haben.
Aufgrund der Schwere der mutmaßlichen Taten sowie bestehender Wiederholungs-, Flucht- und Verdunklungsgefahr erwirkte die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl. Die Polizei nahm den Mann daraufhin bereits Ende September 2025 fest. Er soll vor allem in Asien Kinder und Jugendliche missbraucht haben.
Den Ermittlungen war ein Hinweis der US-amerikanischen Organisation National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC) vorausgegangen.
Demnach waren in einer sogenannten Cloud des Angeschuldigten mehrere Dutzend verdächtige Bild- und Videodateien hochgeladen worden, auf denen der heute 77-Jährige identifiziert werden konnte. Die mutmaßlichen Taten reichen nach derzeitigem Ermittlungsstand bis in das Jahr 1996 zurück und umfassen einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren.
Ermittlerinnen und Ermittler der Einheit FOKUS des HLKA hatten im September vergangenen Jahres im Auftrag der Staatsanwaltschaft die Wohnung des Mannes durchsucht und zahlreiche Beweismittel, hauptsächlich Datenträger, sichergestellt.
Die forensische Auswertung ist noch nicht abgeschlossen. Der aktuelle Stand liegt bei rund 4,9 Millionen Bild- und Videodateien. Zur Beschleunigung des Verfahrens wurde ein Teil der Vorwürfe bereits zur Anklage gebracht.
HLKA-Präsident Daniel Muth erklärte, dass dank internationaler und insbesondere digitaler Vernetzung auch Strafverfahren mit Auslandsbezug erfolgreich geführt werden könnten. Der Fall zeige zudem, dass sich auch lange zurückliegende mutmaßliche Taten durch intensive Ermittlungsarbeit aufklären ließen.
Der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Limburg an der Lahn – Zweigstelle Wetzlar –, Oberstaatsanwalt Manuel Jung, betonte, dass sich Täter auch nach vielen Jahren nicht sicher fühlen sollten und dass Auslandstaten konsequent verfolgt würden.
Die Einheit FOKUS ist seit Februar 2024 fester Bestandteil der Regelorganisation der hessischen Polizei. Sie bündelt landesweit Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch und Kinderpornografie. Im vergangenen Jahr wurden in Hessen unter anderem mehr als 1.600 Durchsuchungsbeschlüsse und 48 Haftbefehle vollstreckt sowie über 15.400 Datenträger sichergestellt.
Quelle der Polizeinachricht: Hessisches Landeskriminalamt