Zeugenaufruf Kühlungsborn – Kinder quälen Ente bis zum Tod
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Nach dem Tod einer Ente am Ostseestrand von Kühlungsborn ermittelt die Kriminalpolizei wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Die Polizei bittet weitere Zeugen um Hinweise.
Nach dem Tod einer Ente am Ostseestrand von Kühlungsborn ermittelt die Kriminalpolizei wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.
Nach bisherigen Erkenntnissen soll das Tier am 28. Juli 2026 gegen 18 Uhr am Strand von Kühlungsborn-West durch das Verhalten mehrerer Kinder verletzt worden sein und später verendet sein.
Bekannt wurde der Polizei der Vorfall erst am 30. Juli, nachdem online Anzeige erstattet worden war. Daraufhin nahm die Kriminalpolizei die Ermittlungen auf.
Der Fall sorgte in den sozialen Netzwerken für große Aufmerksamkeit und zahlreiche emotionale Reaktionen.
Die Polizei weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass die dort verbreiteten Darstellungen bislang nicht abschließend bestätigt seien. Der genaue Ablauf werde derzeit geprüft. Vorverurteilungen möglicher Beteiligter seien zu vermeiden.
Urlauberin filmte den Vorfall
Nach vorliegenden Inormationen beobachtete eine Urlauberin das Geschehen und fertigte mit ihrem Mobiltelefon Videoaufnahmen an. Anschließend informierte sie eine örtliche Tierschützerin.
Nach deren Schilderung sollen mehrere etwa zehn bis zwölf Jahre alte Kinder die Ente über einen längeren Zeitraum mit Steinen beworfen und schikaniert haben. Laut Augenzeugen ist von einer Dauer von 30 bis 45 Minuten die Rede.
Außerdem sollen anwesende Erwachsene trotz Hinweisen anderer Strandbesucher nicht eingeschritten sein. Diese Angaben sind bislang jedoch nicht abschließend bestätigt.
Tote Ente als Beweismittel sichergestellt
Die Tierschützerin veröffentlichte den Vorfall anschließend in den sozialen Medien und erstattete Anzeige.
Nach ihren Angaben wurde die tote Ente am folgenden Tag an einem DLRG-Stützpunkt gefunden und als mögliches Beweismittel sichergestellt.
Beteiligte meldeten sich bei der Polizei
Im Verlauf der Ermittlungen meldeten sich Personen, die mit dem Vorfall in Verbindung gebracht werden, selbstständig bei der Polizei und schilderten ihre Sicht des Geschehens.
Die Ermittler werten derzeit Zeugenaussagen, vorhandenes Bildmaterial sowie die Angaben der Beteiligten aus. Erst nach Abschluss dieser Prüfungen sei eine belastbare Bewertung des Sachverhalts möglich.
Nach ersten Informationen wird zudem geprüft, ob sich im Zusammenhang mit dem Vorfall mögliche Pflichtverletzungen von Erziehungsberechtigten ergeben haben.
Die beteiligten Kinder wären aufgrund ihres Alters strafunmündig. Die Polizei machte hierzu bislang keine näheren Angaben.
Kurklinik äußert sich
Zeugenberichten zufolge sollen einige der Beteiligten Gäste einer Mutter-Kind-Klinik in Kühlungsborn gewesen sein.
Die Arbeiterwohlfahrt Rostock als Betreiberin erklärte, man distanziere sich ausdrücklich von jeder Form der Tierquälerei und habe mit der Aufklärung des Sachverhalts begonnen.
Weitere Zeugen gesucht
Die Polizei bittet weitere Personen, die den Vorfall beobachtet haben und bislang noch nicht mit den Ermittlern gesprochen haben, sich bei der Polizei zu melden.
Zeugenaufruf
Hinweise nimmt die Polizei in Bad Doberan unter der Telefonnummer 038203 / 560-224 sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.
Bis zum Abschluss der Ermittlungen gilt für alle möglicherweise beteiligten Personen die Unschuldsvermutung.
Quelle der Polizeinachricht: Polizeipräsidium Rostock