Ein Flugzeug mit deutschem Kennzeichen ist auf dem Weg von Tschechien nach Zadar im kroatischen Velebit-Gebirge abgestürzt. Nach einer stundenlangen Suche fanden Bergretter das Wrack nahe der Berghütte Struge sowie die Leichen zweier Deutscher im Alter von 79 und 81 Jahren.
Bei einem Flugzeugabsturz im kroatischen Nationalpark Paklenica sind zwei deutsche Staatsangehörige im Alter von 79 und 81 Jahren ums Leben gekommen. Das Flugzeug verschwand am Freitagnachmittag, 21. August 2026, während eines Fluges von Tschechien nach Zadar vom Radar.
Kontakt zum Flugzeug bricht am Nachmittag ab
Bei dem Flugzeug handelte es sich um eine Diamond HK-36TC-100 Super Dimona mit dem deutschen Kennzeichen D-KWZE. Nach Angaben von Flugverfolgungsdiensten wird der Typ auch als HK36TC Eco Super Dimona bezeichnet. Hersteller ist das österreichische Unternehmen Diamond Aircraft.
Die Maschine war vom Flughafen Olomouc (LKOL) in Tschechien gestartet und auf dem Weg zum Flughafen Zadar (LDZD).
Am Freitag gegen 16:14 Uhr ging der Kontakt zu dem Flugzeug verloren. Das Signal brach etwa 17 Meilen nordöstlich von Zadar im Gebiet des Velebit ab.
Die kroatische Flugsicherung informierte daraufhin die zuständigen Behörden. Die kroatische Agentur für die Untersuchung von Unfällen im Luft-, See- und Schienenverkehr wurde vom operativen Kommunikationszentrum des Innenministeriums und von der Flugsicherung über den Vorfall in Kenntnis gesetzt.
Großangelegte Suche auf dem Velebit
Gegen 17:20 Uhr erhielten die Bergrettungsstationen Gospić und Zadar der kroatischen Bergrettung HGSS über die Zivilschutzdirektion die Meldung über das verschwundene Flugzeug.
Daraufhin wurde eine großangelegte Such- und Rettungsaktion gestartet. Einsatzkräfte des Zivilschutzes aus Zadar und Gospić, Polizeibeamte, Feuerwehrleute sowie Bergretter der HGSS-Stationen Zadar und Gospić wurden in das Gebiet entsandt.
Zusätzlich wurden Zivilschutz-Einheiten aus Split und Rijeka aktiviert. Sie rückten mit einem Einsatzleitfahrzeug, Drohnen und Ausrüstung für nächtliche Suchaktionen an.
Gemeinsam mit den anderen Einsatzdiensten richtete die HGSS in ihrem Stützpunkt in Starigrad Paklenica eine Einsatzzentrale ein.
Nach Angaben von Marko Buljevac, Leiter der regionalen Notrufzentrale 112 in Zadar, waren im gesamten Zivilschutzsystem rund 50 Einsatzkräfte beteiligt. Dazu gehörten Bergrettung, Rotes Kreuz, Feuerwehr, Polizei und Zivilschutz.
Allein an der eigentlichen Suche beteiligten sich 35 Bergretter der HGSS.
Nebel Wind und Regen erschweren Suche
Die Bedingungen auf dem Velebit waren äußerst schwierig. Dichter Nebel, Wind und stellenweise Regen erschwerten die Suche. Teilweise betrug die Sichtweite lediglich rund zwei Meter beziehungsweise war nach Angaben der Bergretter nahezu null.
Aufgrund des unwegsamen Geländes und der schlechten Wetterbedingungen konnten am Freitag weder Hubschrauber noch Drohnen eingesetzt werden.
Das Analyseteam der HGSS wertete die verfügbaren Daten aus und konnte das mögliche Absturzgebiet schließlich auf eine bestimmte Mikrolage eingrenzen. Daraufhin wurden Einsatzkräfte gezielt in diesen Bereich geschickt.
Wrack und zwei Leichen gegen 22 Uhr entdeckt
Gegen 22 Uhr erreichten die Suchmannschaften das Gebiet Struge und entdeckten dort die Überreste des Flugzeugs.
Die Absturzstelle befand sich in schwer zugänglichem Gelände nahe der Berghütte Struge im Nationalpark Paklenica. Im beziehungsweise am Wrack fanden die Einsatzkräfte zwei leblose Personen.
Später wurde bekannt, dass es sich bei den Toten um zwei deutsche Staatsangehörige im Alter von 79 und 81 Jahren handelte.
Ermittler mit Hubschrauber zur Absturzstelle gebracht
Am Samstag verbesserten sich die Einsatzmöglichkeiten. Ein Hubschrauber des kroatischen Innenministeriums sowie Kräfte der Antiterroreinheit Lučko unterstützten die Arbeiten.
Mit dem Hubschrauber wurden Mitarbeiter des Innenministeriums, Ermittler der Agentur für die Untersuchung von Flugunfällen sowie Vertreter der Staatsanwaltschaft zur schwer erreichbaren Absturzstelle gebracht.
Weitere elf Einsatzkräfte der HGSS beteiligten sich an der Bergung der Leichen.
Kurz vor Mittag begannen die Untersuchungen unmittelbar an der Absturzstelle. Die Staatsanwaltschaft Karlovac, die Polizei und Ermittler der Agentur für die Untersuchung von Unfällen im Luft-, See- und Schienenverkehr waren daran beteiligt.
Nach Abschluss der Arbeiten sollten die Verstorbenen vom Velebit geborgen und in die Rechtsmedizin gebracht werden.
Obduktionen der beiden Deutschen angeordnet
Die Staatsanwaltschaft Karlovac ordnete die Obduktion der Leichen an. Zudem sollten die Verstorbenen offiziell identifiziert werden.
Die stellvertretende Gespanschaftsstaatsanwältin Irena Golubić Rajković erklärte, dass weitere Ermittlungs- und Beweiserhebungen durchgeführt werden, um sämtliche Umstände des Flugzeugunglücks aufzuklären.
Auch die Kriminalpolizei führt weitere Ermittlungen zur Entstehung und zum Ablauf des Unfalls.
Sicherheitsuntersuchung zum Absturz eingeleitet
Parallel dazu leitete die kroatische Agentur für die Untersuchung von Unfällen im Luft-, See- und Schienenverkehr eine Sicherheitsuntersuchung ein.
Die Flugunfallermittler begaben sich nach Eingang der Meldung zur Absturzstelle. Die Untersuchung erfolgt gemäß der EU-Verordnung Nr. 996/2010.
Nach Abschluss der Sicherheitsuntersuchung sollen die Ergebnisse in einem Abschlussbericht veröffentlicht werden.
Absturzursache weiterhin ungeklärt
Warum die Diamond Super Dimona auf dem Weg von Olomouc nach Zadar im Gebiet des Nationalparks Paklenica abstürzte, ist bislang nicht geklärt.
Nach Angaben von Šime Knežević, stellvertretender Leiter der Kriminalpolizei bei der Polizei Gospić, folgen nach der Untersuchung der Absturzstelle weitere kriminalpolizeiliche Ermittlungen zur Entstehung des Unfalls.
Gesicherte Erkenntnisse zur Absturzursache liegen bislang nicht vor.