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Altdorfer Wald – Razzia im Baumcamp nach Angriff auf Jugendliche

Redaktion Polizeiticker Deutschland

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Ein Banner mit der Aufschrift 'Finger weg vom Wald - Kiesabbau stoppen' hängt im Wald. Mehrere Autos sind geparkt.
Eingang des Baumcamps im Altdorfer Wald, in dem eine Razzia nach einem Angriff auf Moped-Fahrer verübt wurde. (Bildquelle: Google Maps)

Nach einem mutmaßlichen Angriff auf drei jugendliche Mopedfahrer hat die Polizei am Dienstag das Baumcamp im Altdorfer Wald bei Vogt sowie drei weitere Objekte im Landkreis Ravensburg durchsucht. Die Ermittler stellten mögliche Beweismittel sicher.

Nach einem mutmaßlichen Angriff auf drei jugendliche Mopedfahrer im Altdorfer Wald bei Vogt im Landkreis Ravensburg hat die Polizei am Dienstag, 3. November 2026, mehrere Objekte durchsucht. Zu den Einsatzorten gehörte auch das dortige Baumcamp an der Landesstraße 317.
Die Durchsuchungen begannen gegen 8 Uhr und endeten um 12.30 Uhr. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Ravensburg und des Polizeipräsidiums Ravensburg verlief der Einsatz störungsfrei.
An insgesamt vier Objekten stellten die Ermittler Gegenstände fest, die als Beweismittel für das laufende Strafverfahren infrage kommen. Sie müssen nun ausgewertet werden.

Drei Jugendliche sollen angegriffen und beraubt worden sein

Hintergrund der Durchsuchungen ist ein Vorfall vom Sonntagabend, 27. September 2026.
Damals waren drei Jugendliche mit ihren Mopeds mehrfach im Bereich des Baumcamps im Altdorfer Wald unterwegs. Nach ihren Angaben wurden sie kurz vor 19.30 Uhr von mehreren Personen angehalten und körperlich angegriffen.
Zwei der Jugendlichen erlitten nach eigenen Angaben leichte Verletzungen.
Im Zuge der weiteren Ermittlungen erhärtete sich zudem der Verdacht, dass den Jugendlichen persönliche Gegenstände geraubt wurden.
Die Staatsanwaltschaft und die Polizei ermitteln deshalb unter anderem wegen des Verdachts der schweren räuberischen Erpressung, des schweren Raubes, der gefährlichen Körperverletzung und der versuchten Nötigung.

Durchsuchungsbeschlüsse gegen drei Beschuldigte

Das Amtsgericht Ravensburg hatte auf Antrag der Staatsanwaltschaft Durchsuchungsbeschlüsse erlassen. Diese richten sich gegen drei namentlich bekannte Beschuldigte.
Darüber hinaus ermitteln die Behörden gegen weitere bislang nicht identifizierte Beteiligte.
Die Polizei durchsuchte am Dienstag Bereiche des Baumcamps sowie drei weitere Objekte im Landkreis Ravensburg.
Ziel war es, Beweismittel zu finden, die zur Aufklärung des mutmaßlichen Angriffs beitragen können.

Spezialeinsatzkräfte durchsuchen Baumhäuser

Die Durchsuchungen im Baumcamp stellten die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen.
Einige der zu kontrollierenden Räumlichkeiten befinden sich in Baumhäusern, die teilweise weit über dem Waldboden liegen.
Um diese Bereiche sicher erreichen und durchsuchen zu können, setzte die Polizei speziell für Arbeiten in großer Höhe ausgebildete Einsatzkräfte ein.
Wegen der schwierigen örtlichen Bedingungen war nach Polizeiangaben ein größerer Personaleinsatz erforderlich. Das Polizeipräsidium Ravensburg wurde dabei von Kräften des Polizeipräsidiums Einsatz unterstützt.

Baumcamp bleibt bestehen – L 317 gesperrt

Die Ermittlungsbehörden betonten ausdrücklich, dass sich die Durchsuchungen nicht gegen das Baumcamp als Versammlung richteten. Das Camp ist als Dauerversammlung eingestuft. Eine Auflösung oder Räumung war nicht vorgesehen.
Auch die vorhandenen Baumhäuser und sonstigen Strukturen sollten durch den Einsatz nicht verändert werden.
Die unmittelbar am Baumcamp vorbeiführende Landesstraße 317 wurde während der Durchsuchungen vollständig gesperrt. Nach dem Ende der Maßnahmen kündigte die Polizei an, die Straße zeitnah wieder für den Verkehr freizugeben.

Sichergestellte Gegenstände werden ausgewertet

Bei den Durchsuchungen fanden die Einsatzkräfte Gegenstände, die für das Ermittlungsverfahren von Bedeutung sein könnten.
Welche Gegenstände sichergestellt wurden, teilten die Behörden zunächst nicht mit.
Die weitere Auswertung soll helfen, den Ablauf des Vorfalls vom 27. September und die mögliche Beteiligung der Beschuldigten zu klären.
Angaben zu Festnahmen im Zusammenhang mit den Durchsuchungen machten Staatsanwaltschaft und Polizei nicht. Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Hintergrund zum Baumcamp im Altdorfer Wald

Das Baumcamp im Altdorfer Wald bei Vogt besteht seit Februar 2021 und gehört zu den am längsten bestehenden Waldbesetzungen Deutschlands. Die Klimaaktivisten protestieren vor allem gegen den geplanten Kiesabbau auf einer rund elf Hektar großen Waldfläche.
Im Laufe der Jahre errichteten die Aktivisten etwa 20 Baumhäuser, teilweise in 15 bis 20 Metern Höhe, die durch Seilkonstruktionen miteinander verbunden sind. Das Camp, von den Beteiligten auch „Alti“ genannt, ist als Dauerversammlung eingestuft. Neben dem Kiesabbau sorgt inzwischen auch der geplante Bau eines großen Windparks im Altdorfer Wald für Diskussionen.
Quelle der Polizeinachricht: Staatsanwaltschaft Ravensburg und Polizeipräsidium Ravensburg

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