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Bärwalde/Graustein – Zwölf Sprengvorrichtungen an Umspannwerken

Redaktion Polizeiticker Deutschland

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Die Aufnahme zeigt eine weitläufige Industrieanlage mit mehreren Gebäuden, umgeben von Wald. Das Gelände ist symmetrisch strukturiert mit Zufahrtswegen und Grünflächen.
Luftaufnahme des Umspannwerkes Graustein, in dessen Nähe erneut Abschussvorrichtungen entdeckt wurden. (Bildquelle: Google Maps)

An Hochspannungstrassen bei Lohsa und Schleife haben Einsatzkräfte insgesamt zwölf selbst hergestellte Sprengvorrichtungen entdeckt. Sie sollten nach Angaben der Ermittler Kurzschlüsse verursachen und damit die elektrische Infrastruktur beschädigen.

Ermittlungen wegen Angriffen auf kritische Infrastruktur

Generalstaatsanwaltschaft Dresden, Landeskriminalamt Sachsen und Polizeidirektion Görlitz bitten um Hinweise zur Aufklärung
Die Zentralstelle Extremismus Sachsen (ZESA) bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen führen die Ermittlungen zu Angriffen auf kritische Infrastrukturen der sächsischen Stromversorgung im Bereich Lohsa, Ortsteil Lippen (Landkreis Bautzen), und Schleife (Landkreis Görlitz).
Es wird wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in Tateinheit mit versuchter Störung öffentlicher Betriebe und versuchter verfassungsfeindlicher Sabotage ermittelt.
Der in Grevelsberg (Nordrhein-Westfalen) gemeldete deutsche Staatsangehörige (48 Jahre) hatte ein Bekennerschreiben verfasst und wendet sich darin gegen die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen.

Zwölf selbst hergestellte Sprengvorrichtungen gefunden

Nach behördenübergreifenden Informationen und der Meldung eines aufmerksamen Bürgers erfolgte am Freitag ein umfangreicher Polizeieinsatz unter der Führung der Polizeidirektion Görlitz.
Es konnten im unmittelbaren Bereich von Hochspannungstrassen südlich des Umspannwerks Bärwalde nahe Lippen acht und östlich des Umspannwerks Graustein nahe Schleife vier, somit insgesamt zwölf, selbst hergestellte Sprengvorrichtungen aufgefunden werden.
Diese sollten Schäden an den elektrischen Hochspannungsleitungen durch einen Kurzschluss herbeiführen.

Spezialkräfte entschärfen Vorrichtungen

Spezialkräfte des Landeskriminalamtes Sachsen entschärften die Vorrichtungen und stellten diese zur weiteren Untersuchung sicher. Zudem untersuchten Kriminaltechniker die Tatorte.
Im Zuge der Arbeiten vor Ort mussten die Hochspannungsleitungen kurzzeitig stromfrei geschalten werden. Zu einem tatsächlichen Schaden oder Beeinträchtigungen der Stromversorgung kam es nicht. Es besteht keine Gefahrenlage für die Bevölkerung.

Verbindung zu Fällen in Brandenburg und NRW wird geprüft

Aufgrund eines in dem Bekennerschreiben erwähnten Tatortes und der Art der Sprengvorrichtungen wird derzeit eine Verbindung zu den Ermittlungsverfahren in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen wegen der dortigen Sabotage an Umspannwerken geprüft. Die sächsischen Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden stehen mit den betroffenen Ländern in enger Abstimmung.

Suche nach weiteren Sprengvorrichtungen dauert an

Die rein vorsorgliche Absuche an der elektrischen Infrastruktur nach weiteren Sprengvorrichtungen dauert unter Führung der Polizeidirektion Görlitz an.
Weitere Auskünfte zu dem Ermittlungsverfahren der Generalstaatsanwaltschaft Dresden und des Landeskriminalamtes Sachsen können derzeit aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahrens nicht erteilt werden.

Behörden bitten Bevölkerung um Hinweise

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden, das Landeskriminalamt Sachsen und die Polizeidirektion Görlitz bitten die Bevölkerung um Unterstützung bei den laufenden Ermittlungen über das Hinweisportal NRW. Das Hinweisportal NRW ermöglicht eine einfache und sichere Übermittlung von Informationen und Dateien. Bürgerinnen und Bürger können dort ab sofort Hinweise und Informationen, die mit den Sabotageakten im Zusammenhang stehen, unkompliziert und direkt an die Polizei übermitteln.
Möglicherweise sind im Bereich von Hochspannungstrassen Personen oder Fahrzeuge aufgefallen. Von besonderem Interesse ist auch mögliches Bild- und Videomaterial. Solche Aufnahmen können wichtige Erkenntnisse liefern und die Ermittlungsarbeit maßgeblich unterstützen. Jeder Hinweis kann für die Aufklärung der Vorfälle von Bedeutung sein.
Hinweisportal: nrw.hinweisportal.de Hinweistelefon: 0331-505950 (rund um die Uhr erreichbar).
Quelle der Polizeinachricht: Generalstaatsanwaltschaft Dresden, Landeskriminalamt Sachsen und Polizeidirektion Görlitz

Kategorien:

Sachsen
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