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Cold Case Dagmar Knops – Polizei geht von Mord aus und sucht Zeugen

Redaktion Polizeiticker Deutschland

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Ein Schwarz-Weiß-Foto zeigt eine junge Person, die in die Kamera blickt. Sie trägt ein gestreiftes Oberteil.
Dagmar Knops war 22 Jahre alt, als sie am 28. März 1988 in Kempen spurlos verschwand. (Bildquelle: Polizei Mönchengladbach)

Dagmar Knops verließ 1988 eine Kneipe in der Kempener Altstadt. Nur 350 Meter trennten die 22-Jährige vom Haus ihrer Eltern – dort kam sie nie an. Eine Leiche wurde nie gefunden. Fast 39 Jahre später rollt die Polizei den mutmaßlichen Mordfall erneut auf.

Fast 39 Jahre nach dem Verschwinden der damals 22-jährigen Dagmar Knops aus Kempen haben Staatsanwaltschaft Krefeld und Polizei Mönchengladbach den Cold Case erneut aufgenommen. Eine Leiche wurde nie gefunden, doch die Ermittler gehen heute davon aus, dass die Studentin Opfer eines Tötungsdelikts geworden sein dürfte.
Am 4. November 2026 soll der Fall erneut bei „Aktenzeichen XY … ungelöst“ vorgestellt werden. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder der Täterin führen, sind 5.000 Euro Belohnung ausgesetzt.
Zu sehen ist der Eingang einer Kneipe mit der Aufschrift 'Lichtblick' und einem Schild 'Rhenania Alt'. An der Fassade sind zwei Fenster und eine Tür erkennbar.
In der Gaststätte „Lichtblick“ verbrachte Dagmar Knops den Abend des 28. März 1988, bevor sie das Lokal gegen 22.15 Uhr allein verließ. (Bildquelle: Polizei Mönchengladbach)

Ein Kneipenabend in der Kempener Altstadt

Dagmar Knops studierte Sozialpädagogik in Köln und verbrachte die Semesterferien bei ihren Eltern in Kempen. Am Montagabend, 28. März 1988, ging sie gemeinsam mit Freunden in die Gaststätte „Lichtblick“ in der Tiefstraße 24 in der Kempener Altstadt.
Gegen 22.15 Uhr verließ sie das Lokal allein. Auf dem aktuellen Fahndungsplakat wird die Zeit mit etwa 22.30 Uhr angegeben. Ihr Elternhaus in der Siegfriedstraße lag nur rund 350 Meter entfernt. Dort kam Dagmar Knops jedoch nie an. Seit dieser Nacht fehlt von ihr jede Spur.
Die Gaststätte „Lichtblick“ existiert heute nicht mehr. Sie befand sich damals unweit des Franziskanerklosters an der Burgstraße. Die Polizei hat für die aktuelle Fahndung auch historische Aufnahmen der Tiefstraße und des damaligen Lokals veröffentlicht.
Cold Case Dagmar Knops – Polizei geht von Mord aus und sucht Zeugen
Dagmar Knops trug am Abend ihres Verschwindens eine Avirex-Jacke mit hellbraunen Lederärmeln, ein mintfarbenes Sweatshirt, Bluejeans und Nike-Turnschuhe. (Bildquelle: Polizei Mönchengladbach)

Erst Tage später als vermisst gemeldet

Ihre Eltern befanden sich zum Zeitpunkt ihres Verschwindens im Urlaub in der Schweiz. Dadurch fiel zunächst nicht sofort auf, dass Dagmar Knops nicht zurückgekehrt war.
Freunde in Köln gingen davon aus, sie halte sich bei ihrer Familie in Kempen auf. Bekannte in Kempen wiederum vermuteten sie in Köln. Erst Anfang April wurde die 22-Jährige offiziell als vermisst gemeldet.
Schon früh gingen die Ermittler von der Möglichkeit eines Gewaltverbrechens aus. Eine zwölfköpfige Mordkommission nahm die Ermittlungen auf. In den folgenden Wochen wurden unter anderem Gräber überprüft, Hubschrauber eingesetzt und eine Müllkippe mit Spürhunden durchsucht. Eine Spur zu Dagmar Knops fand sich nicht.
Ein dekorativer Armreif aus Metall ist in Großaufnahme vor einem weißen Hintergrund zu sehen. Der Armreif ist mit filigranen Mustern verziert.
Der gravierte Armreif, den Dagmar Knops am Abend ihres Verschwindens trug, ist nun ein zentrales Beweisstück im Cold Case. (Bildquelle: Polizei Mönchengladbach)

Auffällige Jacke, besonderer Schmuck

Für die erneute Fahndung hat die Polizei auch sehr detailliert veröffentlicht, wie Dagmar Knops am Abend ihres Verschwindens aussah.
Sie war 1,72 Meter groß und hatte dunkelblondes Haar.
Besonders auffällig war ihre Jacke der Marke „Avirex“. Sie hatte einen Stoffkorpus und hellbraune Lederärmel. Im linken Brustbereich war „Air Force USA“ mit rotem Garn aufgestickt. Auf dem linken Arm befand sich ein runder weiß-roter Aufnäher mit der Aufschrift „AIR FORCE COMMANDER“, auf dem Rücken erneut der Schriftzug „Air Force USA“ in Lederbuchstaben.
Dazu trug Dagmar Knops ein mintfarbenes Sweatshirt, eine Bluejeans mit einem aufgenähten Flicken über dem rechten Knie und Nike-Turnschuhe mit blauem Logo, blauer Sohle sowie rot-blauen Lederverzierungen an den Knöcheln.
Auch ihr Schmuck könnte bei einer späteren Wiedererkennung wichtig sein. Sie trug einen kupfernen Armreif mit Gravuren sowie eine dünne silberne Halskette. Daran hing ein etwa drei Zentimeter langer Schlüsselanhänger: Das Griffstück war herzförmig, der Schlüsselbart hatte die Form der Zahl „13“.
Ebenfalls verschwunden ist ihre Geldbörse mit Ausweis und weiteren Dokumenten.
Eine Frau mit Sonnenbrille trägt ein helles Oberteil und eine Kette mit Anhänger. Sie lächelt in die Kamera, neben ihr sind Teile eines Papageis sichtbar.
Dagmar Knops trug eine dünne Silberkette mit einem rund drei Zentimeter langen Schlüsselanhänger mit herzförmigem Griff und einem Bart in Form der Zahl „13“. (Bildquelle: Polizei Mönchengladbach)

Unbekannte Gruppe vor dem „Lichtblick“

Eine bis heute ungeklärte Spur betrifft eine Gruppe Jugendlicher oder junger Erwachsener.
Diese Personen sollen am Abend des 28. März 1988 auf einer Bank in unmittelbarer Nähe des „Lichtblick“ gesessen haben, als Dagmar Knops das Lokal verließ.
Die Gruppe konnte nie identifiziert werden. Die Ermittler hoffen nun, dass sich nach fast vier Jahrzehnten jemand an die Jugendlichen erinnert oder eine der damaligen Personen selbst erkennt, dass sie für die Rekonstruktion des Abends wichtig sein könnte.
Die Schwarz-Weiß-Luftaufnahme zeigt eine Stadt mit dicht bebauten Strukturen. Ein gelber Kreis hebt ein Gebäude hervor.
Die Luftaufnahme zeigt den Bereich der damaligen Gaststätte „Lichtblick“ in der Kempener Altstadt, nur rund 350 Meter vom Elternhaus entfernt. (Bildquelle: Polizei Mönchengladbach)

Fall 2006 erneut aufgerollt

Im Jahr 2006 nahmen Staatsanwaltschaft und Polizei den Fall bereits erneut auf. Auch diese Ermittlungen führten nicht zur Aufklärung.
Besondere Aufmerksamkeit erhielten dabei zwei anonyme Schreiben aus den Jahren 2005 und 2008. Darin wurde ein angeblicher Ablageort der Leiche genannt.
Nach damaligen Medienberichten führte die Spur zur Villa Horten am Burgring in Kempen. Der anonyme Hinweis behauptete, Dagmar Knops könne dort im Keller einbetoniert oder verscharrt worden sein.
Eine Schwarz-Weiß-Luftaufnahme eines großen Gebäudekomplexes in einem städtischen Gebiet, umgeben von Straßen und Bäumen.
Der letzte bekannte Aufenthaltsort von Dagmar Knops, die Gaststätte „Lichtblick“, liegt nahe dem Franziskanerkloster. (Bildquelle: Polizei Mönchengladbach)

Leichenspürhunde schlagen in Villa an

Die Polizei untersuchte das Gebäude intensiv. Laut damaligen Berichten schlugen Leichenspürhunde an einer Stelle des Kellerbodens an.
Daraufhin ließen die Ermittler Bereiche des Kellers beziehungsweise des Fundaments untersuchen und Bohrungen durchführen.
Trotz des erheblichen Aufwands wurde keine Leiche gefunden. Die Villa-Horten-Spur brachte damit keinen Nachweis dafür, dass Dagmar Knops dort abgelegt worden war. Berichten zufolge wurden die Ermittlungen 2010 erneut eingestellt.
Die anonymen Briefe sind für die heutige Mordkommission dennoch nicht bedeutungslos.
Eine Jeansjacke und Hose auf einer Schaufensterpuppe ohne Kopf, mit weißen Sneakers.
Dagmar Knops trug am Abend ihres Verschwindens eine Avirex-Jacke mit hellbraunen Lederärmeln, ein mintfarbenes Sweatshirt, Bluejeans und Nike-Turnschuhe. (Bildquelle: Polizei Mönchengladbach)

Polizei sucht Verfasser der anonymen Briefe

Die Ermittler wollen ausdrücklich wissen, wer die Schreiben aus den Jahren 2005 und 2008 verfasst hat.
Auch wenn die darin bezeichneten Ablageorte erfolglos durchsucht wurden, könnte die Person hinter den Briefen Informationen besitzen, die heute anders bewertet werden können oder neue Ermittlungsansätze ermöglichen.
Staatsanwaltschaft und Polizei bitten den Verfasser oder die Verfasserin deshalb ausdrücklich, sich zu melden.
Fahndungsplakat mit Informationen und Belohnung zur Aufklärung des Verschwindens von Dagmar Knops, 1988.
Die Staatsanwaltschaft geht heute davon aus, dass Dagmar Knops Opfer eines Tötungsdelikts wurde, für entscheidende Hinweise sind 5.000 Euro Belohnung ausgesetzt. (Bildquelle: Polizei Mönchengladbach)

Nach fast 40 Jahren erneut Cold-Case-Ermittlungen

Nun wird der Fall ein weiteres Mal aufgerollt.
Staatsanwaltschaft Krefeld und Polizei Mönchengladbach haben die Ermittlungen wieder aufgenommen. Der Fall gehört zur Cold-Case-Kampagne „Mord verjährt nicht. Der Niederrhein erinnert sich.“
Dabei werden ungeklärte Tötungsdelikte aus vergangenen Jahrzehnten gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen und der zuständigen Staatsanwaltschaft erneut betrachtet. Unterstützt werden die Ermittlungen außerdem von Polizeibehörden in Krefeld und im Kreis Viersen.
Die Hoffnung der Ermittler: In fast vier Jahrzehnten können sich Beziehungen, Loyalitäten und Lebensumstände grundlegend verändert haben. Menschen, die 1988 schwiegen oder Beobachtungen damals für unwichtig hielten, könnten heute bereit sein zu sprechen.
Ein Mann auf einem Fahrrad fährt durch eine schmale, gepflasterte Gasse in der Altstadt. Links und rechts sind Backsteingebäude zu sehen.
Die Tiefstraße in Kempen gehörte zu dem kurzen Heimweg, auf dem sich nach dem Verlassen des „Lichtblick“ die Spur der 22-Jährigen verlor. (Bildquelle: Polizei Mönchengladbach)

Polizei stellt alte Fragen neu

Die Mordkommission sucht insbesondere Personen, die Dagmar Knops am Abend ihres Verschwindens auf dem kurzen Weg zwischen dem „Lichtblick“ und der Siegfriedstraße gesehen haben.
Auch Menschen, die Dagmar persönlich kannten und Angaben zu ihrem damaligen Umfeld oder ihren Bekanntschaften machen können, sollen sich melden.
Ebenso interessieren die Ermittler spätere Äußerungen: Hat sich jemand im Laufe der Jahre mit einer Tat gebrüstet, etwas angedeutet oder ungewöhnlich intensiv mit dem Fall beschäftigt?
Frühere Zeugen werden ausdrücklich gebeten zu überlegen, ob es Details gibt, die sie 1988 nicht erwähnten, weil sie ihnen damals unbedeutend erschienen.
Eine lächelnde Person in einem pinken T-Shirt sitzt im Freien und hält eine Plastikflasche. Im Hintergrund ist eine felsige Landschaft zu sehen.
Die Ermittlungen im Fall der vermissten Dagmar Knops werden nach fast 39 Jahren wieder aufgenommen. (Bildquelle: Polizei NRW)

Ermittler gehen von Tötungsdelikt aus

Obwohl Dagmar Knops nie gefunden wurde, besteht nach Einschätzung der Ermittler inzwischen dringender Grund zu der Annahme, dass sie Opfer eines Tötungsdelikts geworden ist.
Die Staatsanwaltschaft Krefeld ermittelt im Zusammenhang mit ihrem Verschwinden wegen des Verdachts des Mordes. Einen namentlich bekannten Tatverdächtigen haben die Behörden öffentlich nicht genannt.
Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat und zur Ermittlung des Täters oder der Täterin führen, hat die Staatsanwaltschaft eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro ausgesetzt. Sie ist für Privatpersonen bestimmt.
Das Bild zeigt das Logo der Fernsehsendung 'Aktenzeichen XY Ungelöst' mit einer beleuchteten Stadtsilhouette im Hintergrund.
Der Cold Case Dagmar Knops wird am 4. November 2026 erneut bei "Aktenzeichen XY" behandelt, um neue Hinweise zu finden. (Bildquelle: ZDF)

Fall bei „Aktenzeichen XY … ungelöst“

Am Mittwoch, 4. November 2026, wird der Cold Case um 20.15 Uhr bei „Aktenzeichen XY … ungelöst“ im ZDF vorgestellt.
Kriminalhauptkommissarin Stefanie Kohnen wird den Fall im Studio bei Moderator Rudi Cerne erläutern. Geplant ist auch ein Filmbeitrag, der anschließend in der ZDF-Mediathek verfügbar sein soll.
Fast 39 Jahre nach jener Nacht steht weiterhin eine zentrale Frage im Raum: Was geschah auf den lediglich 350 Metern zwischen der Gaststätte „Lichtblick“ und dem Elternhaus von Dagmar Knops?
Hinweise nimmt die Mordkommission KNOPS beim Polizeipräsidium Mönchengladbach unter Telefon 02161 / 290 oder per E-Mail an MK.Knops.Moenchengladbach@polizei.nrw.de entgegen.

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