Essen – Feuerwehr im Großeinsatz nach Brand auf Schrottplatz
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Ein Großbrand auf einem Schrottplatz in Essen-Katernberg hat rund 140 Einsatzkräfte beschäftigt. Die massive Rauchwolke zog bis nach Gelsenkirchen, vier Kindertagesstätten wurden vorsorglich geschlossen. Eine Einsatzkraft wurde verletzt.
Die Feuerwehr Essen wurde am frühen Freitagmorgen, 4. September 2026, um 3.20 Uhr zu einem Brand auf der Emscherstraße im Stadtteil Essen-Katernberg alarmiert.
Mehrere Anrufer meldeten eine starke Rauchentwicklung und Feuerschein auf dem Gelände eines Schrottplatzes. Dort hatte es zuletzt im Februar einen arbeitsintensiven Großbrand gegeben.
Die ersten Einsatzkräfte der Feuerwache Altenessen bestätigten die Lage. Ein größerer Schrottberg aus Metall war in Brand geraten. Aufgrund der starken Brandintensität breitete sich das Feuer auf angrenzende Teile des Schrottberges aus. Es kam zu einer massiven Rauchentwicklung.
Die Feuerwehr leitete umfangreiche Löschmaßnahmen ein. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und eine angrenzende Halle zu schützen, kamen mehrere handgeführte Strahlrohre sowie zwei Wasserwerfer über Drehleitern zum Einsatz. Zusätzlich wurde das Industrielöschfahrzeug der Feuerwehr Essen nachalarmiert und mit seinem Löscharm eingesetzt.
Im weiteren Verlauf nutzte die Feuerwehr Schaummittel, um auch tieferliegende Brandnester abzulöschen. Der Betreiber des Schrottplatzes unterstützte die Arbeiten mit Schrottgreifbaggern. Diese zogen den brennenden Schrott auseinander, sodass einzelne Bereiche gezielt gelöscht und eine weitere Ausbreitung verhindert werden konnten.
Eine angrenzende Hydraulikschere mit einem Hydrauliköltank mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Litern konnte durch den massiven Löschangriff geschützt werden.
Wegen der intensiven Rauchentwicklung informierte die Einsatzleitung die Bevölkerung über verschiedene Warnkanäle. Um 4.13 Uhr wurde die Warn-App NINA ausgelöst. Die Rauchwolke zog über die Essener Stadtgrenze hinweg bis nach Gelsenkirchen.
Eine besondere Herausforderung stellte die Löschwasserversorgung dar. In der Spitze benötigte die Feuerwehr rund 18.000 Liter Wasser pro Minute. Neben einem angrenzenden Löschteich und dem Trinkwassernetz wurde deshalb auch Wasser aus dem rund zwei Kilometer entfernten Rhein-Herne-Kanal entnommen. Dafür kam ein Wasserfördersystem der Freiwilligen Feuerwehr Essen-Burgaltendorf und der Feuerwehr Oberhausen zum Einsatz.
Die Umweltschutzeinheit der Feuerwehr Essen führte mit mehreren Messfahrzeugen entlang der Rauchausbreitung Schadstoffmessungen durch. Das Umweltamt der Stadt Essen wurde zur Beurteilung möglicher Umweltgefahren hinzugezogen. Gemeinsam mit dem ebenfalls alarmierten Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen wurden in der Umgebung Abklatschproben genommen, die anschließend ausgewertet werden.
Vier umliegende Kindertagesstätten wurden wegen der Rauchentwicklung vorsorglich geschlossen.
Um 9.16 Uhr war das Feuer unter Kontrolle. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis in die frühen Nachmittagsstunden. Eine Einsatzkraft verletzte sich während des Einsatzes leicht. Ein Baggerfahrer klagte über Kreislaufbeschwerden, konnte nach rettungsdienstlicher Untersuchung jedoch vor Ort bleiben.
Insgesamt waren rund 140 Einsatzkräfte der Feuerwehr Essen vor Ort. Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr besetzten währenddessen die verwaisten Feuerwachen und stellten den Grundschutz sicher.
In den angrenzenden Straßen kam es zu Sperrungen. Auch eine Güterbahnstrecke der Deutschen Bahn wurde vorsorglich gesperrt.
Die Polizei übernimmt die Ermittlungen zur Brandursache.
Quelle der Polizeinachricht: Feuerwehr Essen