Nach einer spektakulären Gefangenenbefreiung in Essen fahnden die deutschen Behörden nach Dijvar Gündüz. Der 34-Jährige wurde von zwei bewaffneten und maskierten Männern befreit und flüchtete anschließend mit einem E-Scooter. Nun steht er auf der europäischen Fahndungsliste «EU Most Wanted».
Am Mittwoch, 14. Oktober 2026, gegen 12.45 Uhr wurde der Untersuchungshäftling Dijvar Gündüz zu einem Arzttermin am Kennedyplatz in der Essener Innenstadt gebracht.
Dort sollen zwei maskierte und bewaffnete Männer die begleitenden Justizbeamten überwältigt und gefesselt haben. Anschliessend befreiten sie den 34-Jährigen, der mit einem E-Scooter vom Tatort
flüchtete.
Die beiden Justizbeamten blieben bei dem Überfall unverletzt.
Wegen schwerer Straftaten in Untersuchungshaft
Gündüz befand sich wegen mehrerer Strafverfahren in der Justizvollzugsanstalt
Essen in Untersuchungshaft.
Medienberichten zufolge war er im Februar 2026 wegen Drogendelikten zu zwölf Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Im April folgte eine weitere Verurteilung zu vier Jahren und sechs Monaten wegen gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung.
Beide Urteile waren zum Zeitpunkt seiner
Flucht noch nicht rechtskräftig.
Polizei warnt vor den Flüchtigen
Nach der gewaltsamen Befreiung leitete die Polizei eine umfangreiche
Fahndung ein. Neben Gündüz werden auch die beiden mutmasslichen Fluchthelfer gesucht.
Die Behörden schliessen nicht aus, dass die Männer bewaffnet sind. Die Bevölkerung wird deshalb ausdrücklich davor gewarnt, die Gesuchten selbst anzusprechen.
Personenbeschreibung
Dijvar Gündüz wurde am 20. Mai 1992 geboren und besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit. Der 34-Jährige spricht Deutsch und Türkisch.
Laut Fahndungsbeschreibung hat er schwarze Haare, dunkle Augen und eine kräftige Statur.
Zeugenaufruf*
Die Staatsanwaltschaft Essen und die Polizei Essen bitten die Bevölkerung um Mithilfe. Wer Angaben zum Aufenthaltsort von Dijvar Gündüz machen kann oder andere sachdienliche Hinweise hat, wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden.
Hinweise nimmt die Polizei Essen unter der Telefonnummer 0201 829-0 oder über den Polizeinotruf 110 entgegen. Informationen können auch über die europäische Fahndungsplattform «EU Most Wanted» übermittelt werden.
Personen, die den Gesuchten erkennen, sollten ihn nicht selbst ansprechen, sondern umgehend die Polizei verständigen.
Quelle der Polizeinachricht: EU Most Wanted / Staatsanwaltschaft Essen / Polizei Essen