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Europol – Ermittler zerschlagen kriminellen VPN-Dienst

Redaktion Polizeiticker Deutschland

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Ein Screenshot einer Webseite zeigt, dass der VPN-Dienst im Rahmen der 'Operation Saffron' beschlagnahmt wurde. Zu sehen sind Informationen zur Anzahl der Server und Länder des Dienstes sowie eine auffällige Beschlagnahmungshinweisleiste.

Der VPN-Dienst "First VPN" wurde im Rahmen der internationalen 'Operation Saffron' beschlagnahmt. (Bildquelle: Europol)

Internationale Ermittler haben den VPN-Dienst „First VPN“ zerschlagen, der von Cyberkriminellen weltweit genutzt worden sein soll. Der Dienst spielte laut Europol bei zahlreichen Ermittlungen zu Ransomware, Betrug und Datendiebstahl eine zentrale Rolle.

Ermittler zerschlagen kriminellen VPN-Dienst

Ein VPN-Dienst, der nach Angaben von Europol weltweit von Cyberkriminellen genutzt wurde, ist in einer internationalen Operation zerschlagen worden. Die Maßnahmen wurden von Frankreich und den Niederlanden mit Unterstützung von Europol und Eurojust koordiniert.
Bei dem Dienst handelt es sich um „First VPN“. Dieser war laut Europol über Jahre hinweg auf russischsprachigen Cybercrime-Foren als besonders sicherer Dienst beworben worden, um Strafverfolgungsbehörden zu entgehen. Nutzer konnten anonym bezahlen und verschleierte Infrastruktur für kriminelle Aktivitäten verwenden.

Dienst bei zahlreichen Cybercrime-Ermittlungen relevant

Nach Angaben von Europol tauchte „First VPN“ in nahezu allen größeren von Europol unterstützten Cybercrime-Ermittlungen der vergangenen Jahre auf. Cyberkriminelle hätten den Dienst genutzt, um ihre Identitäten und technische Infrastruktur bei Ransomware-Angriffen, großangelegtem Betrug, Datendiebstahl und weiteren schweren Straftaten zu verschleiern.
Edvardas Šileris, Leiter des Europäischen Cybercrime-Zentrums von Europol, erklärte, dass viele Täter den Dienst als Schutzschild vor Ermittlern betrachtet hätten. Die Abschaltung nehme Kriminellen nun eine zentrale Schutzebene.

Administrator verhört und 33 Server abgeschaltet

Die koordinierte Aktion fand zwischen dem 19. und 20. Mai statt und richtete sich gegen die Infrastruktur des VPN-Dienstes. Ermittler durchsuchten unter anderem ein Objekt in der Ukraine und verhörten den mutmaßlichen Administrator. Außerdem wurden 33 Server abgeschaltet.
Auch mehrere Domains des Dienstes wurden beschlagnahmt und deaktiviert, darunter:
  • 1vpns.com
  • 1vpns.net
  • 1vpns.org
  • mehrere Onion-Domains im Darknet
Nutzer des Dienstes wurden laut Europol darüber informiert, dass sie identifiziert worden seien.
Eine Person in einem Kapuzenpullover sitzt vor einem Laptop in einem dunklen Raum. Die Szene ist dunkel, der Laptop beleuchtet das Gesicht kaum.

Ermittler zerschlagen kriminellen VPN-Dienst 'First VPN', der weltweit von Cyberkriminellen genutzt wurde. (Bildquelle: issaronow, Adobe Stock)

Tausende Nutzer identifiziert

Die Ermittlungen laufen bereits seit Dezember 2021. Laut Europol gelang es den Ermittlern, Zugriff auf die Nutzerdatenbank des Dienstes zu erhalten und VPN-Verbindungen krimineller Nutzer auszuwerten.
Die gewonnenen Erkenntnisse führten zu tausenden Hinweisen im Zusammenhang mit Cyberkriminalität und unterstützten laufende Ermittlungen zu Ransomware-Angriffen, Betrugsfällen und weiteren Straftaten weltweit. Auch das Cybersecurity-Unternehmen Bitdefender unterstützte die Operation.

Internationale Zusammenarbeit bei Ermittlungen

Im Rahmen der Ermittlungen wurde bereits im November 2023 ein gemeinsames Ermittlerteam eingerichtet. Beteiligt waren unter anderem Behörden aus Frankreich, den Niederlanden, Luxemburg, Rumänien, der Schweiz, der Ukraine und Großbritannien. Weitere Staaten unterstützten die Auswertung der sichergestellten Daten.
Nach Angaben von Europol wurden bislang:
  • 83 Geheimdienst- und Ermittlungsberichte erstellt
  • Informationen zu 506 Nutzern international weitergegeben
  • 21 laufende Ermittlungen unterstützt oder vorangebracht
Mit der Abschaltung der Infrastruktur und der Festnahme des Administrators sollen die Ermittlungen nun weltweit fortgeführt werden.
Quelle der Nachricht: Europol

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