Fahndung zur Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig Halle
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Nach einem mutmaßlichen Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle fahndet das BKA nach einer weiteren verdächtigen Person. Die Ermittler veröffentlichten ein KI-generiertes Fahndungsbild und suchen Zeugen, die eine auffällig warm gekleidete Person mit E-Bike und Rucksack gesehen haben.
Im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle haben der Generalbundesanwalt und das Bundeskriminalamt ihre Fahndungsmaßnahmen ausgeweitet.
Gesuchte Person trug trotz Sommerhitze auffällig warme Kleidung
Die gesuchte Person soll zwischen dem 31. Juli und dem 4. August 2026 in der Umgebung des Flughafens Leipzig/Halle unterwegs gewesen sein.
Nach den bisherigen Erkenntnissen fiel sie insbesondere durch ihre für die hochsommerlichen Temperaturen ungewöhnlich warme Kleidung auf.
Die Polizei beschreibt die Person wie folgt:
- Schlanke Statur
- Kappe und darüber eine Kapuze
- Dicke Jacke
- Dunkle lange Hose
- Schwarzer Rucksack
- Mit einem E-Bike unterwegs
Das veröffentlichte Fahndungsbild wurde mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt und dient der Veranschaulichung der gesuchten Person.
Polizei sucht Zeugen zwischen Rabutz und Beuditz
Besonders wichtig sind für die Ermittler Beobachtungen auf dem Verbindungsweg zwischen Rabutz und Beuditz westlich des Flughafens.
Dort könnte sich nach bisherigen Erkenntnissen ein Startplatz für die später auf dem Flughafengelände entdeckte Drohne befunden haben.
Die Polizei sucht deshalb Personen, die die gesuchte Person zwischen dem 31. Juli und dem 4. August in diesem Bereich gesehen haben.
Auch Hinweise aus dem Raum Schkeuditz sind von Bedeutung.
Im Bereich eines Industriegebiets zwischen Radefeld und Lützschena östlich des Flughafens soll die Person ebenfalls mit einem E-Bike unterwegs gewesen sein.
Dort stellten die Ermittler zudem weitere mutmaßliche Tatmittel sicher.
Sprengstoffdrohne auf Flughafengelände entdeckt
Ausgangspunkt der Ermittlungen ist ein Vorfall am Abend des 4. August 2026.
Auf dem Gelände des Flughafens Leipzig/Halle sollte nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft offenbar mithilfe einer Drohne eine Explosion ausgelöst werden.
An dem Fluggerät waren professioneller Sprengstoff und ein Zünder angebracht.
In der Nacht vom 4. auf den 5. August entdeckte ein Flughafenmitarbeiter eine Drohne auf der südlichen Start- und Landebahn. Das Fluggerät lag in der Nähe ukrainischer Antonow-Frachtflugzeuge.
Die Sprengladung detonierte nicht.
Ein beschädigter beziehungsweise abgerissener Zünder könnte verhindert haben, dass der Sprengstoff zur Explosion gebracht wurde.
Frachtflugzeug muss durchstarten und kollidiert mit Gegenstand
Der Vorfall hatte auch Auswirkungen auf den Flugverkehr. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft musste eine Frachtmaschine aufgrund der Gefahrenlage durchstarten.
Im erweiterten Bereich des Flughafens kollidierte das Flugzeug während des Fluges mit einem Gegenstand. Die Ermittler vermuten, dass es sich dabei um eine weitere Drohne gehandelt haben könnte.
Die genauen Umstände der Kollision sind Gegenstand der Ermittlungen.
Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen wegen schwerwiegenden Angriffs
Wegen der besonderen Bedeutung des Falls übernahm die Bundesanwaltschaft am 6. August 2026 das Ermittlungsverfahren von der Generalstaatsanwaltschaft Dresden.
Ermittelt wird wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion sowie wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.
Die Bundesanwaltschaft bewertet den Vorfall als schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur Deutschlands.
Nach Einschätzung der Ermittlungsbehörde ist die Tat geeignet, die innere und äußere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu beeinträchtigen.
Mit den polizeilichen Ermittlungen wurde das Bundeskriminalamt beauftragt.
Ermittlungen gegen zwei bereits identifizierte Tatverdächtige
Die Ermittler führen inzwischen ein Verfahren gegen zwei namentlich bekannte Beschuldigte.
Dabei handelt es sich um einen lettisch-russischen Doppelstaatsbürger und einen Mann aus Belarus.
Einem der Beschuldigten werden Kontakte zu einem mutmaßlichen Sabotagespezialisten des russischen Militärgeheimdienstes GRU zugeschrieben.
Die Hintergründe und die konkrete Verantwortlichkeit der Beteiligten sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
BKA verteilt Fahndungsplakate und bittet um Hinweise
Um die bislang unbekannte Person ausfindig zu machen, haben die Ermittler ihre Öffentlichkeitsfahndung auf die Umgebung des Flughafens ausgeweitet.
Am Freitag wurden in mehreren Ortschaften Fahndungsplakate angebracht und Flyer verteilt.
Die Ermittler bitten insbesondere Personen um Mithilfe, die zwischen dem 31. Juli und dem 4. August 2026 verdächtige Beobachtungen in folgenden Bereichen gemacht haben:
- Verbindungsweg zwischen Rabutz und Beuditz
- Umgebung des mutmaßlichen Drohnenstartplatzes
- Schkeuditz und angrenzende Bereiche
- Industriegebiet zwischen Radefeld und Lützschena
Gesucht werden Hinweise zur Identität der abgebildeten Person sowie zu einem möglichen E-Bike, das sie benutzt haben könnte.
Hinweise nimmt das Bundeskriminalamt über das eigens eingerichtete Hinweisportal zum Flughafen Leipzig/Halle entgegen.
Die Ermittlungen des Generalbundesanwalts und des Bundeskriminalamtes dauern an.