Ein paar Bilder liken, Produkte bewerten und dafür Geld verdienen: Mit solchen vermeintlich einfachen Nebenjobs locken Betrüger derzeit Menschen in Deutschland. Die Polizei warnt vor sogenanntem Task-Scamming. Was zunächst wie eine unkomplizierte Verdienstmöglichkeit aussieht, kann schnell zur finanziellen Falle werden.
Betrüger versprechen Geld für einfache Online-Aufgaben
Die Angebote erscheinen häufig in sozialen Netzwerken oder werden über Messenger-Dienste verbreitet. Interessierte sollen beispielsweise Bilder und Videos mit „Gefällt mir“ markieren, Produkte bewerten oder Online-Bestellungen auslösen.
Für die Aufgaben werden Provisionen versprochen. Teilweise zahlen die Täter anfangs tatsächlich kleinere Beträge aus oder zeigen angebliche Gewinne auf einer Online-Plattform an. Dadurch entsteht der Eindruck, dass es sich um ein seriöses Jobangebot handelt. Doch nach den ersten Aufgaben ändert sich das Vorgehen: Die vermeintlichen Arbeitgeber verlangen plötzlich, dass die Betroffenen eigenes Geld einzahlen.
Polizei Gifhorn ermittelt nach betrügerischem Jobangebot
Wie die Masche funktioniert, zeigt ein Fall aus Niedersachsen. Eine Frau aus Gifhorn entdeckte Ende September 2026 in einem sozialen Netzwerk eine Anzeige für einen Nebenjob. Nach der Kontaktaufnahme wurde sie über verschiedene Messenger-Dienste und eine Online-Plattform durch die angeblichen Arbeitsaufträge geführt. Zunächst sollte sie Bilder liken. Später verlangten die Betreiber, dass sie auf eigene Kosten Produkte kauft.
Auf ihrem vermeintlichen Arbeitskonto wurde schließlich ein Guthaben von mehr als 800 Euro angezeigt. Als die Frau das Geld auszahlen lassen wollte, wurde dies verweigert. Stattdessen sollte sie weitere Aufgaben erledigen und nochmals mehr als 1.000 Euro einzahlen. Die Frau wurde misstrauisch und wandte sich an die Polizei, die Ermittlungen wegen Betrugs aufnahm.
Angebliche Gewinne werden nicht ausgezahlt
Das Vorgehen ist typisch für sogenanntes Task-Scamming. Die Täter versprechen immer höhere Provisionen, wenn Betroffene zusätzliche Aufgaben freischalten oder Geld einzahlen.
Auf den betrügerischen Plattformen erscheinen die vermeintlichen Einnahmen häufig als wachsendes Guthaben. Tatsächlich existiert dieses Geld oft nicht.
Wer eine Auszahlung verlangt, wird mit neuen Bedingungen konfrontiert. Beispielsweise sollen weitere Zahlungen geleistet oder zusätzliche Aufgaben abgeschlossen werden.
Die Betrüger nutzen dabei die Hoffnung aus, das bereits eingezahlte Geld doch noch zurückzubekommen.
Neben dem finanziellen Schaden drohen weitere Gefahren. Betrügerische Arbeitgeber verlangen teilweise Ausweiskopien, persönliche Fotos oder Kontodaten. Diese Informationen können für weitere Straftaten missbraucht werden. Im Fall aus Gifhorn hatte die Frau auf Aufforderung unter anderem Bilder ihres Personalausweises und ein Foto von sich übermittelt.
Was bedeutet Identitätsdiebstahl?
Bei einem Identitätsdiebstahl gelangen Kriminelle an persönliche Daten wie Namen, Adressen, Ausweiskopien oder Bankinformationen und missbrauchen diese. Damit können sie beispielsweise unter fremdem Namen Waren bestellen, Verträge abschließen oder weitere Betrugsdelikte begehen. Für Betroffene können dadurch finanzielle Schäden und rechtliche Probleme entstehen.
So erkennen Sie betrügerische Jobangebote
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn ein angeblicher Nebenjob folgende Merkmale aufweist:
Hohe Verdienstmöglichkeiten für wenige Klicks oder einfache Bewertungen
Kontaktaufnahme ausschließlich über Messenger-Dienste
Aufforderung, vor einer Auszahlung eigenes Geld einzuzahlen
Angebliche VIP-Stufen oder besser bezahlte Aufgaben gegen Vorauszahlung
Forderungen nach Ausweiskopien oder sensiblen Bankdaten
Immer neue Bedingungen, bevor Guthaben ausgezahlt werden kann
(Symbolbild) (Bildquelle: Polizei)
Grundsätzlich gilt: Wer für einen angeblichen Job zunächst selbst Geld überweisen soll, sollte das Angebot kritisch prüfen und keine weiteren Zahlungen leisten.
Was tun, wenn bereits Geld überwiesen wurde?
Betroffene sollten umgehend ihre Bank oder den Zahlungsdienstleister kontaktieren und prüfen lassen, ob eine Zahlung noch gestoppt werden kann.
Wichtig ist außerdem, sämtliche Beweise zu sichern. Dazu gehören Chatverläufe, Telefonnummern, Screenshots der Plattform, Kontodaten und Zahlungsbelege. Anschließend sollte bei der Polizei Strafanzeige erstattet werden. Wurden Ausweisdokumente oder Zugangsdaten übermittelt, sollten Betroffene auch mögliche weitere Missbrauchsrisiken abklären.