Kiel – Hitze erhöht Gefahr von Flächen- und Waldbränden
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein warnt angesichts der anhaltenden Hitze vor einer stark erhöhten Gefahr von Vegetationsbränden. Wichtige Tipps und Verhaltensmaßnahmen erfahren Sie hier:
Der Sommer macht seinem Namen aktuell alle Ehre und die Temperaturen sollen in den nächsten Tagen weiter steigen. Für die kommenden Tage werden in Schleswig-Holstein vielerorts Temperaturen von deutlich über 30 Grad erwartet. Gleichzeitig liegt der Grasland-Feuerindex bereits auf der zweithöchsten Warnstufe (4/5), Tendenz steigend. Die Gefahr von Vegetationsbränden ist damit deutlich erhöht. Der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein (LFV SH) ruft deshalb Bevölkerung und Feuerwehren zu besonderer Achtsamkeit auf.
"Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen sorgen dafür, dass sich Brände auf Feldern, Wiesen oder in Wäldern sehr schnell ausbreiten können. Oft reichen schon kleine Unachtsamkeiten aus, um einen Brand auszulösen. Deshalb bitten wir alle Bürgerinnen und Bürger, besonders umsichtig zu sein", appelliert Landesbrandmeister Jörg Nero.
Besonders wichtig ist außerdem: Sollten insbesondere auf Wald- oder Feldwegen oder auf größeren Freiflächen umgekippte Verkehrshütchen entdeckt werden, sollten diese nicht aufgehoben oder versetzt werden. Sie werden von den Einsatzkräften als Orientierungshilfe genutzt und weisen den nachrückenden Kräften den Weg zum Einsatzort.
Tipps zur Vermeidung von Vegetationsbränden:
- Kein offenes Feuer im Freien, insbesondere nicht in Waldnähe
- Keine Zigaretten in die Natur werfen (übrigens auch nicht bei kühleren Temperaturen)
- Fahrzeuge nicht auf trockenem Gras oder Stoppelfeldern abstellen
- Zufahrtswege für Rettungskräfte freihalten - auch Waldwege, Forststraßen und Feldzufahrten
- Kein Unkraut mit offener Flamme entfernen
- Bei Rauchentwicklung oder Brandverdacht sofort die 112 wählen
Verhalten bei großer Hitze:
- Körperliche Aktivitäten möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen
- Ausreichend trinken - bestenfalls Wasser und vor allem alkoholfreie Getränke
- Leichte Mahlzeiten bevorzugen
- Wohnräume möglichst kühl halten (morgens und abends lüften, tagsüber abdunkeln)
- Schatten aufsuchen sowie helle und luftige Kleidung tragen
- Kopfbedeckung und Sonnenschutz nutzen
- Kinder und Tiere niemals im Fahrzeug zurücklassen
Besonders aufmerksam sollte man bei Anzeichen eines Sonnenstichs oder Hitzeschlags sein. Dazu können unter anderem starke Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Verwirrtheit, Kreislaufprobleme oder eine ungewöhnlich heiße Körpertemperatur gehören. Betroffene sollten umgehend aus der Sonne gebracht, gekühlt und mit Flüssigkeit versorgt werden, sofern sie bei Bewusstsein sind. Verschlechtert sich der Zustand oder besteht der Verdacht auf einen Hitzeschlag, sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden.
Auch die Feuerwehren sollten vorbereitet sein
Der LFV SH empfiehlt den Feuerwehren, sich mit dem Thema Vegetationsbrandbekämpfung auseinanderzusetzen. Hierfür stehen die Handlungsempfehlung des Verbandes sowie ausgebildete Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in den Kreis- und Stadtfeuerwehrverbänden zur Verfügung.
Gerade bei Einsätzen unter extremen Wetterbedingungen ist auch der Eigenschutz der Einsatzkräfte besonders wichtig. Ausreichendes Trinken, regelmäßige Pausen, Aufenthalte im Schatten, Marscherleichterung soweit möglich und vor allem das genaue Hören auf die Signale des eigenen Körpers tragen wesentlich dazu bei, die Einsatzfähigkeit und Gesundheit der Einsatzkräfte zu erhalten.
"Nur wer auf sich selbst achtet, kann anderen wirksam helfen. Deshalb hat die Gesundheit unserer Einsatzkräfte bei allen Einsätzen höchste Priorität. Wer Kameradinnen und Kameraden bei Einsätzen in der Hitze unterstützen möchte, darf gerne kühle Getränke anbieten", so Landesbrandmeister Jörg Nero.
Quelle der Nachricht: Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein