Köln – 14-Jähriger stirbt nach Stromschlag auf Regionalzug
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Ein 14-Jähriger ist nach einem Trainsurfing-Unfall in Köln gestorben. Der Jugendliche erlitt auf dem Dach eines Regionalzuges einen Stromschlag und schwerste Verbrennungen. Am Mittwoch erlag er im Krankenhaus seinen Verletzungen.
Ein 14-jähriger Jugendlicher ist nach einem schweren Trainsurfing-Unfall in Köln gestorben. Der Junge hatte am Sonntagabend (11.10.2026) auf dem Dach eines Regionalzuges mitfahren wollen und dabei einen lebensgefährlichen Stromschlag erlitten.
Wie die Polizei bestätigte, starb der Jugendliche am Mittwoch (14.10.2026) im Krankenhaus Köln-Merheim an den Folgen seiner schweren Verletzungen.
Der Unfall ereignete sich gegen 20:30 Uhr auf der Regionalexpresslinie RE 5 in der Nähe des Kölner Südbahnhofs.
Nach bisherigen Erkenntnissen hielt sich der 14-Jährige während der Fahrt auf dem Dach des Zuges auf. Dabei entstand mutmaßlich ein Lichtbogen zwischen der unter Hochspannung stehenden Oberleitung und dem Jugendlichen.
Ein direkter Kontakt mit der Oberleitung ist für einen solchen Stromüberschlag nicht erforderlich.
Fahrgäste bemerken Lichtblitze und hören Schreie
Reisende berichteten von zwei Lichtblitzen, einem lauten Knall und anschließenden Hilferufen und Schreien.
Sie verständigten den Lokführer, der daraufhin eine Notbremsung einleitete und den Regionalzug auf freier Strecke nahe dem Kölner Südbahnhof zum Stehen brachte.
Der Lokführer entdeckte den schwer verletzten Jugendlichen zwischen zwei Wagenreihen.
Der 14-Jährige hatte durch den Stromüberschlag schwerste Verbrennungen erlitten. Nach Angaben der Bundespolizei waren etwa 80 Prozent seiner Körperoberfläche betroffen.
Rettung wegen Hochspannung erst nach 30 Minuten möglich
Die Rettung des Jugendlichen gestaltete sich besonders schwierig, weil die Oberleitungen der Bahn unter einer Spannung von rund 15.000 Volt stehen.
Bevor die Einsatzkräfte den Jungen gefahrlos erreichen konnten, musste die Oberleitung zunächst abgeschaltet und geerdet werden. Wie Bundespolizeisprecherin Stephanie Reuver erklärte, kann auch nach dem Abschalten noch lebensgefährliche Restspannung vorhanden sein.
Deshalb dauerte es rund 30 Minuten, bis die Rettungskräfte mit der medizinischen Versorgung des Jugendlichen beginnen konnten.
Anschließend wurde der 14-Jährige in eine auf schwere Verbrennungen spezialisierte Klinik nach Köln-Merheim gebracht.
Trotz der dortigen Behandlung erlag er am Mittwoch seinen schweren Verletzungen.
Drei weitere Reisende im betroffenen Regionalzug klagten nach dem Vorfall über Kreislaufprobleme. Sie wurden vor Ort medizinisch versorgt.
Rund 600 Fahrgäste betroffen – mehrere Bahnlinien gesperrt
Der Unfall führte am Sonntagabend zu erheblichen Einschränkungen im Bahnverkehr rund um Köln.
Gegen 21 Uhr sperrte die Bundespolizei die betroffene Bahnstrecke. Rund 600 Reisende aus dem Unfallzug mussten in andere Züge umsteigen.
Von den Sperrmaßnahmen waren die Regionalverkehrslinien RE 5, RE 22, RB 24 und RB 26 betroffen. Die Streckensperrung dauerte bis spät in die Nacht.
Die Ermittlungen zu den genauen Umständen des Unglücks dauern an.