Köln – Elf Polizisten bei Angriffen während Versammlung verletzt
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Bei einer Versammlung mit mehreren tausend Teilnehmenden in der Kölner Innenstadt sind elf Polizisten verletzt worden. Nach Angriffen mit Schlägen, Tritten, Löschmitteln und Stahlkugeln stoppte die Polizei den Aufzug und setzte eine Gruppe von rund 300 Personen fest.
Die Polizei Köln hat am Samstagnachmittag (5. September) einen Aufzug zum Thema "Frieden für alle auf der Welt" nach Angriffen auf Einsatzkräfte und wiederholten Verstößen gegen das Versammlungsgesetz gestoppt.
Nach Erörterung der vereinbarten beschränkenden Verfügungen und der Entfernung von unzulässigen Fahnenstangen setzte sich der Aufzug mit mehreren tausend Teilnehmenden gegen 14.30 Uhr in Bewegung.
Farbbeutel und Pyrotechnik kurz nach Beginn
Unmittelbar nach Aufzugsbeginn warfen teils vermummte Personen Farbbeutel auf ein Bankgebäude auf der Komödienstraße und brannten Pyrotechnik ab.
Auf Höhe der Zeughausstraße griffen ebenfalls vermummte Teilnehmende die Einsatzkräfte mit Schlägen und Tritten an und besprühten sie mit Löschmitteln aus mitgebrachten Feuerlöschern.
Polizei setzt rund 300 Teilnehmende fest
Die Polizei setzte gegen 15.10 Uhr eine unfriedliche Gruppierung von rund 300 Teilnehmenden im Bereich Helenenstraße/Magnusstraße fest.
Aus deren Reihen hatten mehrere vermummte Personen die Einsatzkräfte gezielt mit Stahlkugeln beschossen. Die Metallkugeln wurden teilweise noch in Uniformteilen aufgefunden und sichergestellt. Es entstanden Sachschäden an Einsatzhelmen. Zudem zündeten Teilnehmende aus der polizeilichen Umschließung heraus Pyrotechnik.
Teilnehmer greifen nach Dienstwaffe und Einsatzstock
Zur Unterbindung weiterer Angriffe auf Einsatzkräfte setzte die Polizei einfache körperliche Gewalt ein. Ein Teilnehmender versuchte dabei, nach der Dienstwaffe, ein anderer nach dem Einsatzmehrzweckstock eines Beamten zu greifen.
Elf Polizisten verletzt
Mit Stand 21:30 Uhr haben 11 Polizistinnen und Polizisten Verletzungen erlitten. Ein Polizist verblieb nicht dienstfähig.
Die Polizei leitete mehrere Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs ein.
Friedliche Teilnehmer ziehen zum Friesenplatz
Während Einsatzkräfte am Nachmittag die Identitäten der mutmaßlich an den Angriffen beteiligten Personen feststellten, entfernten sich friedliche Versammlungsteilnehmende zu einer Zwischenkundgebung auf dem Friesenplatz.
Dort wurde eine weitere Spontanversammlung angezeigt, die gegen 19 Uhr weitestgehend störungsfrei beendet wurde.
Im Zusammenhang mit der ursprünglichen Versammlung und den damit verbundenen Einsatzmaßnahmen wurden insbesondere im Bereich Helenenstraße/Magnusstraße weitere Spontanversammlungen angezeigt und kooperiert.
Eingeschlossene Personen werden versorgt
Wegen der erwartbaren Dauer der Maßnahmen wurden die in der Umschließung stehenden Personen mit Getränken versorgt. Die Polizei organisierte zudem die Aufstellung mobiler Toiletten.
Personen, die in der Umschließung gesundheitliche Probleme äußerten, erhielten eine Versorgung durch medizinisch geschultes Personal.
Quelle der Polizeinachricht: Polizei Köln