Köln – Gesuchter Täter nach Mord an Tochter im Irak lokalisiert
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Nach jahrelanger Fahndung haben Ermittler den Aufenthaltsort des wegen Mordverdachts gesuchten Hassan Fayas Gyndy im Irak ermittelt. Dem 54-Jährigen wird vorgeworfen, 2017 seine schwangere 19-jährige Tochter in Köln getötet zu haben.
Aufenthaltsort im Irak ermittelt
Nach dem Mord an seiner 19-jährigen Tochter im Jahr 2017 haben Fahnder der Kriminalpolizei Köln zwischenzeitlich den derzeitigen Aufenthaltsort des tatverdächtigen Vaters ermittelt.
Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei hatten seit Ende Mai 2026 ihre Fahndung nach dem mittlerweile 54 Jahre alten Hassan Fayas Gyndy intensiviert und sich mit einem Aufruf an die Bevölkerung gewandt.
Nachdem bereits in den letzten Wochen zahlreiche Hinweise eingegangen waren und ausgewertet wurden, konnte der Beschuldigte im Irak lokalisiert werden. Dabei wurde nach der umfangreichen Berichterstattung in den kurdischen Medien auch der genaue Aufenthaltsort des Gesuchten bekannt.
19-jährige schwangere Tochter getötet
Hassan Fayas Gyndy wird beschuldigt, am Abend des 4. Januar 2017 seine zur Tatzeit 19 Jahre alte schwangere Tochter Zare Gyndy in Köln ermordet zu haben.
Nach den Angaben in der Öffentlichkeitsfahndung hatte die 19-Jährige entschieden, ihr Elternhaus zu verlassen. Nachdem sie ihre Habseligkeiten gepackt und ihrem Vater mitgeteilt hatte, Zuflucht in einem Frauenhaus suchen zu wollen, soll dieser angeboten haben, sie dorthin zu fahren.
Beide verließen daraufhin gemeinsam im Fahrzeug des Beschuldigten die Wohnanschrift. Im weiteren Verlauf des Abends soll Hassan Fayas Gyndy seine Tochter im Bereich des Höhenberger Rings in Köln in einem Gebüsch getötet haben.
Als mögliches Motiv nennen die Ermittler, dass der Vater die Beziehung seiner Tochter sowie den Umstand, dass sie ein Kind von einem Angehörigen einer anderen Religionsgemeinschaft erwartete, nicht akzeptiert und die Ehre der Familie habe wiederherstellen wollen.
Nach der Tat in den Irak geflüchtet
Nach der Tat floh Hassan Fayas Gyndy nach Angaben der Ermittler in den Irak. Von dort meldete er sich bei der Polizei und gab an, wo sich die Leiche seiner Tochter befand. Anschließend blieb sein Aufenthaltsort über Jahre unbekannt.
Der Gesuchte wurde am 1. Juli 1972 in Mossul im Irak geboren und besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit. Er ist 164 Zentimeter groß und von hagerer Statur. Als besondere Merkmale nennt die Fahndung Narben am rechten Handrücken und an der rechten Oberlippe. Er hat weißgraue Haare und braune Augen.
Die Fahndung war auch international verbreitet worden. Der 54-Jährige wurde unter anderem über das Bundeskriminalamt sowie die Fahndungsangebote von Europol und Interpol gesucht.
Staatsanwaltschaft beantragt Auslieferung
Gegen Hassan Fayas Gyndy liegt ein internationaler Haftbefehl wegen des Verdachts des Mordes vor. Nachdem sein Aufenthaltsort im Irak ermittelt werden konnte, hat die Staatsanwaltschaft Köln im Rechtshilfewege ein Auslieferungsersuchen gestellt.
Für Hinweise, die zur Ergreifung des Gesuchten führen, hatte die Staatsanwaltschaft Köln eine Belohnung von 5.000 Euro ausgelobt.
Weitere Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat 44 unter der Rufnummer 0221 229-0 oder per E-Mail an [mkzafira.koeln@polizei.nrw.de](mailto:mkzafira.koeln@polizei.nrw.de) entgegen.
Quelle der Polizeinachricht: Polizei Köln / Bundeskriminalamt