Bargeld, Luxusuhren und Goldmünzen wurden sichergestellt. (Bildquelle: Hauptzollamt Köln)
Am Donnerstag, 16. April 2026, führte die Polizei in Köln und mehreren Bundesländern eine Großrazzia gegen Schwarzarbeit und Steuerbetrug durch. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen und Waffen sichergestellt.
Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln durchsuchen seit den frühen Morgenstunden über 560 Einsatzkräfte 55 Wohn- und Geschäftsräume mehrerer Transportfirmen. Der Großteil der Durchsuchungsobjekte liegt im Kölner Raum, aber auch in weiteren Städten in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern, Niedersachsen, Baden-Württemberg und in Berlin sind Beschäftigte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit und des Landesamtes zur Bekämpfung der Finanzkriminalität Nordrhein-Westfalen im Einsatz.
"Gegen sechs Männer im Alter von 34 bis 45 Jahren, haben wir in Köln und Langenfeld Haftbefehle vollstreckt. Unterstützt wurden wir dabei von verschiedenen Spezialeinheiten des Zolls und der Bundespolizei. Die Sicherstellung einer schussbereiten Kriegswaffe vom Typ AK-47 sowie mehrerer griffbereiter und geladener Handfeuerwaffen, Machete, Elektroschocker, Messer und Schlagringe, ist für uns in dieser Größenordnung ein Novum", so Jens Ahland, Pressesprecher des Hauptzollamts Köln.

Auch Waffen und Drogen wurden bei dem Einsatz gefunden. (Bildquelle: Hauptzollamt Köln)
Die Ermittlungen in dem Gesamtkomplex richten sich gegen insgesamt 38 Personen. Hierbei sind 14 Personen verdächtig, als Bande mehrere Transportfirmen betrieben und dabei ihre Arbeitnehmer nicht oder nicht richtig zur Sozialversicherung angemeldet und ihnen Schwarzlöhne ausbezahlt zu haben.
Den übrigen Beschuldigten wird vorgeworfen, im Zusammenhang mit den mutmaßlich bandenmäßigen Tatausführungen jeweils als Gehilfe gehandelt zu haben. Es besteht der Tatverdacht hinsichtlich der Straftaten des bandenmäßigen Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt sowie der Steuerhinterziehung sowie der Beihilfe zu diesen Taten. Der geschätzte Schadensbetrag liegt bei rund 34 Millionen Euro.

Mehrere Wohnungen und Firmen wurden gleichzeitig durchsucht. (Bildquelle: Hauptzollamt Köln)
"Unserem heutigen Zugriff sind umfangreiche verdeckte Ermittlungen vorausgegangen. Mit der zeitgleichen Durchsuchung aller Wohnungen und Fahrzeuge der Tatverdächtigen sowie der anschließenden Vernehmung der Beschuldigten und Zeugen treten wir nun in die offene Phase des Ermittlungsverfahrens ein", so Ahl-and weiter. "Zur Sicherung der Beweismittel sind neben den Durchsuchungskräften der Finanzkontrolle Schwarzarbeit auch unsere IT-Forensik-Teams, Vermögensabschöpfer sowie Experten für Kryptowährungen im Einsatz. Auch mit ihrer Hilfe wollen wir am heutigen Tag Vermögensarreste von mehr als 30 Millionen Euro vollstrecken."
Bisher wurden mehr als 600.000 Euro in bar und mehrere Luxusuhren sowie Goldmünzen gefunden. Aber auch kleinere Mengen Kokain und ein Karton voller unversteuerter Zigaretten wurden sichergestellt. Aufgrund der im Rahmen des heutigen Zugriffs sichergestellten Gegenstände erstrecken sich die Ermittlungen nunmehr auch u.a. auf die Tatvorwürfe des Verstoßes gegen das Waffengesetz sowie des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.
Die Maßnahmen dauern an. Weitere Erkenntnisse werden den laufenden Ermittlungen vorbehalten bleiben.
Quelle der Polizeinachricht: Hauptzollamt Köln