Header Logo

Polizei

ticker

Baden Wuerttemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein Westfalen
Rheinland Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen Anhalt
Schleswig Holstein
Thueringen
Canton Icon

Mainz – Internationale Razzia gegen Menschenhandel und Schleusung

Redaktion Polizeiticker Deutschland

Nächster ❯

Mehrere schwer bewaffnete Polizeibeamte in voller Ausrüstung bewegen sich taktisch in einem Gebäude mit gezogenen Waffen.
(Symbolbild) (Bildquelle: Polizei NRW)

Ermittler haben eine mutmaßliche Menschenhändlergruppe zerschlagen, die Transpersonen aus Brasilien nach Deutschland geschleust und zur Prostitution ausgebeutet haben soll. Zwei Hauptverdächtige wurden festgenommen, auch in Brasilien gab es umfangreiche Maßnahmen.

Ermittler des Fachbereichs Menschenhandel der Kriminaldirektion Mainz haben gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Gießen einen mutmaßlichen Menschenhändlerring ins Visier genommen. Im Rahmen eines internationalen Einsatzes wurden mehrere Objekte durchsucht und zwei mutmaßliche Hauptbeschuldigte festgenommen.
Das verdeckte Ermittlungsverfahren läuft bereits seit September 2025. Ermittelt wird wegen des Verdachts des Menschenhandels, des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern sowie der Geldwäsche gegen eine bundesweit agierende Tätergruppierung brasilianischer Herkunft.
Nach dem bisherigen Ermittlungsstand soll die Gruppierung über mehrere Jahre hinweg Transpersonen aus Brasilien nach Deutschland geschleust haben, um sie hier im Rahmen der Prostitution finanziell auszubeuten.
Aufgrund der internationalen Verbindungen wurde bereits im Januar 2026 bei EUROPOL eine Operational Task Force eingerichtet, an der unter anderem auch Brasilien beteiligt ist.
Im Zuge der Ermittlungen wurden zahlreiche Geschädigte vernommen. Zudem führten verdeckte Ermittlungsmaßnahmen sowie umfangreiche Finanzermittlungen dazu, dass sich der Tatverdacht erhärtete.
Nach bisherigen Erkenntnissen mussten die Betroffenen zunächst eine einmalige Servicegebühr von 10.000 Euro bezahlen. Zusätzlich wurde von ihnen eine wöchentliche Servicegebühr verlangt. Darüber hinaus sollen sie verpflichtet worden sein, 50 Prozent ihrer Einnahmen an die Tätergruppierung abzuführen.
Wer sich weigerte oder aussteigen wollte, soll mit Repressalien gegen Angehörige im Heimatland bedroht worden sein. Außerdem sollen die Täter damit gedroht haben, die Betroffenen wegen eines illegalen Aufenthalts bei den deutschen Behörden anzuzeigen.
Die Ermittlungen führten schließlich zum Erlass mehrerer Durchsuchungsbeschlüsse sowie zweier Haftbefehle gegen die mutmaßlichen Hauptbeschuldigten.
Diese wurden in der vergangenen Woche mit Unterstützung örtlicher Polizeikräfte sowie von EUROPOL in Köln, Düsseldorf und im Raum Siegen vollstreckt.
Die beiden Festgenommenen wurden anschließend dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Gießen vorgeführt. Dieser setzte die Haftbefehle in Vollzug. Anschließend wurden die Beschuldigten in Justizvollzugsanstalten eingeliefert.
Parallel dazu wurden in Brasilien Bankkonten sowie Immobilienbesitz gepfändet. Darüber hinaus durchsuchten die Behörden 13 Unternehmen, bei denen es sich nach derzeitigem Ermittlungsstand um Briefkastenfirmen handeln soll, die ausschließlich zum Zweck der Geldwäsche gegründet worden waren.
Die Ermittlungen dauern an.
Quelle der Polizeinachricht: Gemeinsame Mitteilung der Staatsanwaltschaft Gießen und des Polizeipräsidiums Mainz

Kategorien:

Rheinland-Pfalz
Ausland

Nächster ❯