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Mittelbaden – Außergewöhnlich hohe Zahl an Verkehrstoten in 2026

Redaktion Polizeiticker Deutschland

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Ein Polizeifahrzeug mit eingeschaltetem Blaulicht steht auf einer dunklen Straße, umgeben von Verkehrskegeln und einer Absperrung.
Symbolbild (Bildquelle: Adobe Stock, Andreas Gruhl)

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Offenburg sind bis Ende August 2026 bereits 33 Menschen bei 30 Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Besonders häufig betroffen sind Motorradfahrer und Pkw-Insassen. Die Polizei kündigt angesichts der Entwicklung zusätzliche Kontrollen an.

Bereits 33 Verkehrstote im laufenden Jahr

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Offenburg sind 2026 bereits mehr Menschen im Straßenverkehr gestorben als in jedem gesamten Jahr seit 2022. Bis zum 31. August registrierte die Polizei 30 tödliche Verkehrsunfälle mit insgesamt 33 Todesopfern.
Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2022 kamen 28 Menschen im Straßenverkehr ums Leben, 2023 waren es 25, 2024 insgesamt 21 und 2025 wiederum 28.
Das Polizeipräsidium Offenburg nimmt die aktuelle Entwicklung zum Anlass, seine bestehenden Maßnahmen weiter zu verstärken und die Kontrollen an aktuellen Unfallschwerpunkten zu intensivieren.

Motorradfahrer besonders häufig unter den Todesopfern

Von den bislang 33 Verkehrstoten waren zwölf Motorradfahrer. Damit machen sie mehr als ein Drittel der Todesopfer aus. Ebenfalls zwölf Menschen starben als Insassen eines Pkw. Fünf Todesopfer waren mit einem Fahrrad oder Pedelec unterwegs, vier waren Fußgänger.
Motorradfahrer zählen aufgrund der fehlenden schützenden Fahrzeugkarosserie zu den besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmern. Insbesondere Fehler und eine nicht angepasste Geschwindigkeit können auf kurvenreichen Strecken schwerwiegende Folgen haben.
Leitender Polizeidirektor Martin Plate, Leiter der Schutzpolizeidirektion des Polizeipräsidiums Offenburg, kritisiert insbesondere rücksichtsloses Fahren im Grenzbereich. Teilweise werde Unvernunft und „Fahren am Limit“ mit dem Leben bezahlt.

Geschwindigkeit und Fahrfehler als häufige Ursachen

Die tödlichen Verkehrsunfälle verteilen sich über den gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums. Häufig ereigneten sie sich auf Bundes- und Landesstraßen, an Kreuzungen sowie auf der A5 und der B 500.
In acht Fällen stellte die Polizei nicht angepasste Geschwindigkeit als Unfallursache fest. Bei sechs weiteren Unfällen wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten.
In elf Fällen waren Fahrfehler ursächlich, darunter falsches Verhalten gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern. Bei fünf tödlichen Unfällen spielte Ablenkung eine Rolle. Auch Alkohol am Steuer war bei mehreren tödlichen Unfällen ursächlich.

Zusätzliche Kontrollen auf der B 500 angekündigt

Das Polizeipräsidium Offenburg setzt bereits seit Jahren auf eine spezielle Motorradkonzeption der Verkehrspolizeiinspektion. Sie wird anhand der Unfallentwicklung auf Schwerpunktstrecken, insbesondere auf der B500, fortlaufend angepasst.
An aktuellen Unfallschwerpunkten richtet die Polizei zu unterschiedlichen Zeiten stationäre Kontrollstellen ein. Neben der Verkehrspolizei beteiligen sich daran Kräfte der Polizeireviere, des Polizeipräsidiums Einsatz, benachbarter Polizeipräsidien und des Kompetenzteams Motorrad. Auch die Motorradstaffel der französischen Gendarmerie unterstützt die Maßnahmen.
Bei den Kontrollen überprüfen die Einsatzkräfte nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch den technischen Zustand der Motorräder und die Verkehrstüchtigkeit der Fahrer.
Aufgrund der hohen Zahl tödlicher Verkehrsunfälle kündigt die Polizei für die kommenden Wochenenden zusätzliche Kontrollen auf der B 500 und weiteren beliebten Motorradstrecken an.

Polizei appelliert an alle Verkehrsteilnehmer

Die Polizei fordert Verkehrsteilnehmer auf, ihre Geschwindigkeit nicht nur an die zulässige Höchstgeschwindigkeit, sondern auch an Wetter, Sichtverhältnisse, Straßenverhältnisse und das eigene Können anzupassen. Ablenkungen wie die Nutzung des Handys sollen konsequent vermieden werden.
Beim Abstand empfiehlt die Polizei die Zwei-Sekunden-Regel. Verkehrsteilnehmer sollten außerdem defensiv fahren, insbesondere an Kreuzungen und Einmündungen mit Fehlern anderer rechnen und vollständig auf Alkohol und Drogen verzichten.
Auch der Sicherheitsgurt bleibt nach Angaben der Polizei einer der wichtigsten Lebensretter und sollte auf jedem Sitzplatz und bei jeder Fahrt angelegt werden.
Motorradfahrer sollten Kurven so durchfahren, dass sie bei Schräglage nicht in den Gegenverkehr geraten. Die Polizei empfiehlt außerdem das Fahren mit Licht, das Meiden des toten Winkels sowie einen zertifizierten Helm und vollständige Schutzkleidung. Airbagwesten können zusätzlichen Schutz bieten, helle oder reflektierende Kleidung verbessert die Sichtbarkeit.
Quelle der Polizeinachricht: Polizeipräsidium Offenburg

Kategorien:

Baden-Württemberg
Unfälle
Verkehr

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