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Offenbach – Betrug bei Autohandel, Steuer und Sozialleistungen

Redaktion Polizeiticker Deutschland

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Nahaufnahme, die zeigt, wie eine Person Handschellen angelegt bekommt. Die Hände sind hinter dem Rücken zusammengefügt, begleitet von einer Person in Handschuhen.
(Symbolbild) (Bildquelle: Polizei)

Bei einer Razzia gegen Mitglieder eines Familienverbands im Kreis Offenbach haben Polizei und Steuerfahndung zwei Männer festgenommen und zahlreiche Vermögenswerte sichergestellt. Den Beschuldigten werden unter anderem Umsatzsteuerhinterziehung und Sozialleistungsbetrug vorgeworfen.

Bei einer Razzia im Kreis Offenbach sind Ermittler gegen Mitglieder eines Familienverbands aus dem Rhein-Main-Gebiet vorgegangen. Den Beschuldigten werden unter anderem Steuerhinterziehung, Betrug beim Handel mit hochwertigen Gebrauchtwagen und Sozialleistungsbetrug vorgeworfen. Zwei Männer wurden festgenommen. Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler Luxusfahrzeuge, Uhren, Schmuck und Bargeld sicher.

Zwei Wohngebäude durchsucht

Am Mittwoch durchsuchten rund 30 Einsatzkräfte von Polizei und Steuerfahndung im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt zwei Wohngebäude im Kreis Offenbach. Eine der Durchsuchungen fand in Rödermark statt.
Der Verdacht richtet sich gegen drei Männer und eine Frau aus einem Familienverband im Rhein-Main-Gebiet. Zwei Beschuldigte wurden festgenommen: ein 30-Jähriger aus dem Landkreis Offenbach sowie ein 45-jähriger Mann ohne festen Wohnsitz in Deutschland.
Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler umfangreiche Beweismittel und Vermögenswerte sicher. Dazu gehörten mehrere hochwertige Fahrzeuge, darunter eine Mercedes G-Klasse, sowie Luxusuhren, Schmuck und weitere hochwertige Gegenstände. Zwei Bargeldspürhunde fanden zudem Bargeld in niedriger fünfstelliger Höhe.

324.000 Euro Umsatzsteuer hinterzogen

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, von Mai 2023 bis April 2026 gemeinsam als Gesellschaft bürgerlichen Rechts einen umfangreichen Handel mit hochwertigen Gebrauchtwagen betrieben zu haben. Die erzielten Umsätze sollen dem Finanzamt nicht mitgeteilt und die fällige Umsatzsteuer nicht abgeführt worden sein.
Die Ermittler gehen von rund 324.000 Euro hinterzogener Umsatzsteuer aus.

Käufer bei Gebrauchtwagen getäuscht

Gegen den 30-jährigen Beschuldigten besteht außerdem der Verdacht des Betrugs beim Verkauf von Gebrauchtfahrzeugen. Er soll im März und April 2026 Käufer über die tatsächliche Laufleistung von Fahrzeugen sowie über das Bestehen einer Gebrauchtwagengarantie getäuscht haben.
Dadurch soll er insgesamt etwa 34.000 Euro höhere Kaufpreise erzielt haben.
Bei Fahrzeugen sollen zudem Kilometerstände manipuliert worden sein, sodass eine geringere Laufleistung angezeigt wurde.

Rund 36.000 Euro Sozialleistungen erhalten

Einem 26-jährigen Beschuldigten und einer 46 Jahre alten Frau wird zusätzlich Sozialleistungsbetrug vorgeworfen. Sie sollen Einkünfte aus dem Gebrauchtwagenhandel gegenüber dem zuständigen Jobcenter verschwiegen haben.
Dadurch sollen sie seit 2023 zu Unrecht Sozialleistungen von insgesamt rund 36.000 Euro erhalten haben.

Teil eines deutlich größeren Ermittlungskomplexes

Die Razzia ist Teil umfangreicher Ermittlungen gegen mehr als 60 Angehörige mehrerer miteinander verbundener Großfamilien. In dem Gesamtverfahren geht es unter anderem um Betrugsdelikte und Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit dem Fahrzeughandel sowie um Urkundenfälschung, Sozialleistungsbetrug und Geldwäsche.
Bislang wurden in diesem Ermittlungskomplex Vermögenswerte von mehr als 3,4 Millionen Euro sichergestellt. Darunter befinden sich Immobilien im Wert von knapp 1,6 Millionen Euro, Fahrzeuge im Wert von mehr als 1,1 Millionen Euro sowie Bargeld und Schmuck im Wert von über 650.000 Euro.
Hessische Gerichte verhängten in dem Verfahrenskomplex bislang Freiheitsstrafen von zusammengerechnet 59 Jahren und sechs Monaten. Außerdem wurden Einziehungen von Erträgen aus Straftaten in Höhe von mehr als 2,3 Millionen Euro angeordnet.
Quelle: Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt

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