Rielasingen – Autohändlerin wollte Zoll bei Mercedes sparen
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Ein schwarzer Mercedes, dessen Zollwert bei der Einfuhr nach Deutschland zu niedrig angegeben wurde, steht auf einem Parkplatz.
Eine Schweizer Autohändlerin soll bei der Einfuhr eines Mercedes in Deutschland den Fahrzeugwert absichtlich zu niedrig angegeben haben. Dadurch wollte sie offenbar mehrere tausend Euro an Zollabgaben sparen.
Rielasingen: Die Tochter eines Schweizer Autohändlers versuchte vergangene Woche Zollabgaben in Höhe von rund 4.200 Euro bei der Einfuhr eines Mercedes Benz zu sparen, indem sie den Zollwert des Fahrzeugs viel zu niedrig anmeldete.
Zusammen mit ihrem Vater erschien die knapp 30-Jährige am 08. Mai 2026 zur Abfertigung beim Zollamt Rielasingen. Die Verzollung beantragte sie mit einem Fahrzeugwert von rund 6.000 Euro und legte als Nachweis eine von ihrem Vater ausgestellte Fahrzeugbewertung von 8.000 bis 8.900 Schweizer Franken vor.
Die Zöllner stellten bei ihrer Recherche fest, dass gleichwertige Fahrzeuge deutlich höher gehandelt werden. Schlussendlich stellte sich heraus, dass das Fahrzeug für rund 18.000 Schweizer Franken im Internet inseriert war. Damit konfrontiert verstrickten sich beide Personen in Widersprüche.
"Auf Autos gilt derzeit ein Zollsatz von 10 %, hinzukommen noch 19% Einfuhrumsatzsteuer", erklärt Sonja Müller, Pressesprecherin des Hauptzollamts Singen. "Um ein Fahrzeug in Deutschland zulassen zu können, bedarf es außerdem einer Unbedenklichkeitsbescheinigung. Die wird von den Zollbehörden aber nur bei einer ordnungsgemäßen Abfertigung ausgestellt", so Müller weiter.
Gegen die Frau wurde ein Steuerstrafverfahren eingeleitet. Nachdem sie die Abgaben in Höhe von rund 6.100 Euro gezahlt hatte, konnte sie die Fahrt fortsetzen.
Das Steuerstrafverfahren wurde zur weiteren Bearbeitung an die zuständige Straf- und Bußgeldstelle des Hauptzollamts Karlsruhe weitergeleitet.