Säuglingstode in Frankreich – Ermittlungen zu Nestlé Babynahrung
Säuglingstode in Frankreich – Ermittlungen zu Nestlé Babynahrung
Redaktion Polizeiticker Deutschland
(Symbolbild) (Bildquelle: Myriams-Fotos (CC0))
Nach zwei Säuglingstoden ermitteln französische Behörden wegen Guigoz-Babymilch – dem Nestlé-Pendant zu BEBA in Deutschland. Ein Zusammenhang ist nicht belegt. Auch hierzulande läuft ein vorsorglicher Rückruf von Nestlé BEBA wegen möglicher Bacillus-cereus-Belastung.
Frankreich – Nach dem Tod zweier Säuglinge Anfang 2026 ermitteln französische Behörden, ob ein möglicher Zusammenhang mit zurückgerufener Babymilch des Marke Guigoz vom Hersteller Nestle besteht.
Ein kausaler Zusammenhang ist nach aktuellem Ermittlungsstand bislang nicht nachgewiesen.
Ermittlungen in Bordeaux
Die Staatsanwaltschaft Bordeaux bestätigte die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens nach dem Tod eines Säuglings, der am 8. Januar 2026 verstarb. Das Kind war zuvor zwischen dem 5. und 7. Januar mit Guigoz-Babymilch gefüttert worden.
Diese war vorsorglich wegen eines möglichen Risikos durch das Bakterium Bacillus cereus zurückgerufen worden. Erste Laboranalysen ergaben bislang keinen Nachweis einer entsprechenden Kontamination.
Derzeit laufen ergänzende Untersuchungen, insbesondere auf das sogenannte Cereulid-Toxin. Die Ermittlungen wurden an die interdepartementale Nationalpolizei (DIPN) sowie die Verbraucherschutzbehörde (DDPP) übergeben.
Ermittlungen in Angers
Bereits am 23. Dezember 2025 war in Angers ein 27 Tage altes Mädchen verstorben. Die dortige Staatsanwaltschaft leitete noch im Dezember ein Ermittlungsverfahren ein.
Wie Staatsanwalt Eric Bouillard mitteilte, meldete sich die Mutter des Kindes erneut bei den Behörden und gab an, ihr Baby ebenfalls mit Guigoz-Milch gefüttert zu haben.
Diese Angabe werde als ernstzunehmende Spur geprüft, ein ursächlicher Zusammenhang könne derzeit jedoch nicht bestätigt werden. Ein Speziallabor ist eingeschaltet, die forensischen Untersuchungen dauern an.
Behörden: Kein nachgewiesener Zusammenhang
In einem gemeinsamen Kommuniqué vom 22. Januar 2026 erklärten das französische Gesundheits- und Landwirtschaftsministerium, dass bislang kein Kausalzusammenhang zwischen den zurückgerufenen Säuglingsmilchprodukten und den gemeldeten Todes- oder Krankheitsfällen festgestellt worden sei.
Die Situation werde weiterhin eng überwacht, alle zuständigen Stellen seien „voll mobilisiert“.
Eltern wird geraten, bei anhaltenden oder ungewöhnlichen Symptomen bei Säuglingen umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen oder den medizinischen Notruf zu kontaktieren.
Einordnung für Deutschland
Guigoz ist eine Nestlé-Marke und gilt in Frankreich als Pendant zu Nestlé BEBA, das in Deutschland weit verbreitet ist.
Auch hierzulande läuft aktuell ein umfassender Rückruf von Nestlé BEBA-Babymilch wegen eines möglichen Bacillus-cereus-Risikos.
Eltern wird empfohlen, bei anhaltenden oder ungewöhnlichen Symptomen bei Säuglingen umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen oder den medizinischen Notruf 110 zu kontaktieren.