Der mutmaßliche Täter der Bluttat von Stade ist in der Untersuchungshaft in der JVA Bremervörde gestorben. Nach Angaben des niedersächsischen Justizministeriums gibt es derzeit keine Hinweise auf ein Fremdverschulden.
Der mutmaßliche Täter der Bluttat von Stade ist in der Justizvollzugsanstalt Bremervörde gestorben. Das teilte das Niedersächsische Justizministerium am Dienstag mit.
Nach derzeitigem Ermittlungsstand handelt es sich um einen Suizid. Hinweise auf ein Fremdverschulden liegen bislang nicht vor.
Nach Angaben des Ministeriums wurde der 45-Jährige am Dienstagmorgen gegen 06:05 Uhr von einem Bediensteten im Rahmen der morgendlichen Lebend- und Vollzähligkeitskontrolle leblos in seinem Einzelhaftraum gefunden.
Ein Notarzt stellte um 06:29 Uhr den Tod durch Strangulation fest. Zu den genauen Umständen des Todes wurden Ermittlungen eingeleitet. Zudem erstellt die JVA einen umfassenden Sofortbericht.
Der Mann saß seit Ende Juni wegen des Verdachts des sechsfachen Mordes in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, am 29. Juni 2026 in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade sechs Menschen erschossen zu haben. Drei der Opfer waren Mitarbeitende der Jugendhilfeeinrichtung, drei weitere arbeiteten für das Jugendamt der Region Hannover. Als mögliches Motiv gilt ein Sorgerechtsstreit um seine wenige Monate alte Tochter.
Nach ersten Informationen wird das Strafverfahren gegen den Beschuldigten aufgrund seines Todes eingestellt. Die Ermittlungen zum Tatgeschehen dauern jedoch an. Dabei prüfen Polizei und Staatsanwaltschaft unter anderem weiterhin mögliche Beteiligungen weiterer Personen sowie die vollständige Rekonstruktion des Tatablaufs.