Wassenberg – Gesuchter Auftragskiller und Komplizen festgenommen
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Nach den tödlichen Schüssen auf einen 37-jährigen Familienvater in Wassenberg sitzen drei Männer in Untersuchungshaft. Ein 23-jähriger Tatverdächtiger soll nach zudem mit zwei weiteren versuchten Tötungsdelikten in Köln und Dänemark in Verbindung stehen.
Nach den tödlichen Schüssen auf einen 37-jährigen Familienvater in Wassenberg am 11. Mai 2026 konnten nach intensiven Ermittlungen der beim Polizeipräsidium Aachen eingesetzten Mordkommission drei Personen festgenommen werden.
Bei zwei Beschuldigten handelt es sich um 23-jährige Männer mit deutscher beziehungsweise deutsch-türkischer Staatsangehörigkeit. Nach ihnen war zuvor bereits öffentlich mit Phantombildern gefahndet worden.
Einem dritten Festgenommenen, einem 26-jährigen deutschen Staatsangehörigen, wird vorgeworfen, in die Auftragsvergabe für den Mord eingebunden gewesen zu sein.
Drei Tatverdächtige in Untersuchungshaft
Gegen die beiden 23-jährigen Tatverdächtigen erließ das Amtsgericht Aachen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Aachen Haftbefehle wegen Mordes. Gegen den 26-Jährigen wurde Haftbefehl wegen Anstiftung zum Mord erlassen.
Alle drei Beschuldigten befinden sich in Untersuchungshaft.
Die Ermittler rechnen die Tat dem Phänomen „Crime as a Service“ zu. Dabei werden schwere Straftaten gegen Bezahlung in Auftrag gegeben und von anderen Personen ausgeführt.
Zu den weiteren Hintergründen der Tat machten Staatsanwaltschaft und Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst keine zusätzlichen Angaben.
37-Jähriger vor seinem Wohnhaus erschossen
Nach vorliegenden Informationen handelte es sich bei dem getöteten 37-Jährigen um ein Mitglied der Hells Angels. Der Familienvater soll mit seiner Frau und zwei Kindern in Wassenberg gelebt haben.
Am Abend des 11. Mai wurde der Mann vor seinem Einfamilienhaus mit mehreren Schüssen tödlich verletzt. Er starb noch am Tatort.
Die Ermittler sicherten an einer Patronenhülse DNA-Spuren, die später einem der 23-jährigen Beschuldigten zugeordnet worden konnten.
Spur führt über Dänemark und Köln
Einer der 23-jährigen Beschuldigten soll bereits wegen weiterer schwerer Gewalttaten in den Fokus der Ermittler geraten sein.
Die Spur begann demnach in Dänemark. In der Nacht zum 23. April 2026 kam es in der Nähe von Kopenhagen zu einem Anschlag auf das Wohnhaus der Familie eines dänischen Hells-Angels-Mitglieds.
Der 23-Jährige soll gemeinsam mit mehreren Komplizen beteiligt gewesen sein. Dort wurde aus kurzer Entfernung eine Panzerabwehrwaffe auf das Reihenhaus abgefeuert. Der Sprengkopf detonierte demnach beim Aufprall nicht. Eine Frau und drei Kinder, die sich im Gebäude befanden, blieben unverletzt.
Dänische Ermittler sollen den 23-Jährigen als Tatverdächtigen identifiziert und anschließend deutsche Behörden um Unterstützung gebeten haben.
SEK durchsucht Wohnung in Köln
Am 10. Juni durchsuchten Spezialeinsatzkräfte gegen 6 Uhr die Wohnung des 23-Jährigen am Goslarer Weg in Köln.
Bei der anschließenden erkennungsdienstlichen Behandlung sollen seine Fingerabdrücke mit Spuren aus einem weiteren versuchten Tötungsdelikt in Köln übereingestimmt haben.
In seinem Fahrzeug fanden Ermittler dem Bericht zufolge außerdem eine Pistole, eine Sturmhaube und mehrere Autokennzeichen.
Schüsse auf Mehrfamilienhaus in Köln
Der 23-Jährige soll zudem verdächtigt werden, in der Nacht zum 8. Juni gemeinsam mit einem Komplizen auf ein Mehrfamilienhaus in der Vogesenstraße in Köln-Bilderstöckchen geschossen zu haben.
Projektile drangen demnach auch in eine Wohnung ein. Die beiden dort befindlichen Bewohner im Alter von 70 und 71 Jahren blieben unverletzt. Nach bislang unbestätigten Informationen könnte der Angriff dem Sohn des Ehepaares gegolten haben.
Gegen den 23-Jährigen wurde in diesem Zusammenhang dem Bericht zufolge ein Haftbefehl wegen versuchten Mordes aus Heimtücke beantragt.
DNA-Abgleich führt nach Wassenberg
Während der 23-Jährige bereits in Untersuchungshaft saß, soll ein DNA-Abgleich schließlich eine Verbindung zum Tötungsdelikt in Wassenberg ergeben haben. Mitte Juli sei die mutmaßliche Übereinstimmung festgestellt worden.
Der Haftbefehl wegen des Mordvorwurfs in Wassenberg wurde dem bereits inhaftierten Beschuldigten anschließend im Gefängnis verkündet.
Auch der zweite 23-jährige Tatverdächtige befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft. Nach Medieninformationen war er zuvor im Zusammenhang mit einem versuchten Raub auf einen Kiosk in Radevormwald festgenommen worden.
Der 26-jährige Beschuldigte soll nach dem gegenwärtigen Tatvorwurf in die Beauftragung der Tat eingebunden gewesen sein und den Mord gegen Bezahlung in Auftrag gegeben haben.
Die Öffentlichkeitsfahndung nach den beiden 23-Jährigen wurde nach den Festnahmen zurückgenommen.
Die weiteren Ermittlungen der Mordkommission und der Staatsanwaltschaft Aachen dauern an.
Quelle der Polizeinachricht: Polizei Aachen / Staatsanwaltschaft Aachen