Weitere Nadeln in Süßigkeiten zu Halloween – Zwei Kinder verletzt
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Nach Halloween werden aus immer mehr Teilen Deutschlands manipulierte Süßigkeiten gemeldet. In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern haben sich zwei Kinder an versteckten Nadeln verletzt. In mindestens zwölf Bundesländern wurden inzwischen manipulierte Süßigkeiten entdeckt.
Nach Halloween 2026 beschäftigt eine wachsende Zahl von Funden manipulierter Süßigkeiten die Polizei in Deutschland. Familien entdeckten Nadeln, Nägel, Schrauben und andere spitze Metallgegenstände in Schokoriegeln, Kaubonbons, Weingummis und weiteren Süßigkeiten, die Kinder beim Halloween-Sammeln erhalten hatten.
Zwei Kinder durch versteckte Nadeln verletzt
In Bremervörde in Niedersachsen biss ein neunjähriges Mädchen in einen Schokoriegel, in dem eine mindestens fünf Zentimeter lange Stecknadel steckte. Das Kind verletzte sich dabei an der Zunge.
Ein weiterer Verletzungsfall wurde aus Neustadt-Glewe in Mecklenburg-Vorpommern bekannt. Dort zog sich ein Kind durch eine Nadel in einer Halloween-Süßigkeit leichte Verletzungen im Mundbereich zu.
Beide Kinder hatten die Süßigkeiten beim Halloween-Sammeln erhalten.
Die Polizei untersucht, wie die Nadeln in die Lebensmittel gelangten und wer dafür verantwortlich ist.
Mecklenburg-Vorpommern – Fünf Vorfälle gemeldet
In Mecklenburg-Vorpommern sind inzwischen fünf Fälle bekannt. Die Meldungen stammen aus Schönberg, Gadebusch, Carlow und Neustadt-Glewe.
In Schönberg entdeckten Kinder Nadeln in Schokoriegeln. In Neustadt-Glewe wurde ein Kind durch eine versteckte Nadel verletzt.
Die Ermittlungen zur Herkunft der betroffenen Süßigkeiten dauern an.
Niedersachsen und Bremen – Weitere Funde
Neben dem Verletzungsfall in Bremervörde wurde aus Hannover-Misburg ein weiterer Vorfall gemeldet.
Dort entdeckte ein neunjähriges Mädchen in drei einzeln verpackten Süßigkeiten jeweils eine Nähnadel. Betroffen waren ein Schokoriegel und zwei Kaubonbons. Das Kind blieb unverletzt.
In Salzgitter wurde ein Nagel in einem Schokoriegel gefunden.
Auch in Bremen-Walle wurde eine mit einer Nadel präparierte Süßigkeit entdeckt.
Nordrhein-Westfalen – Mehrere Fälle in Essen
In Essen fanden Familien in verschiedenen Stadtteilen Nadeln in Halloween-Süßigkeiten.
Betroffen waren unter anderem ein Schokoriegel und eine Tüte Weingummi. Die Funde wurden aus den Stadtteilen Stoppenberg und Burgaltendorf gemeldet.
Ein Vater bemerkte zudem verdächtige Einstichlöcher in der Verpackung eines Schokoriegels, den sein 13-jähriger Sohn erhalten hatte.
Nach bisherigen Erkenntnissen geht die Polizei in Essen von mehreren Verantwortlichen aus. Da die Kinder in unterschiedlichen Stadtteilen Süßigkeiten gesammelt hatten, gilt ein Zusammenhang zwischen den dortigen Fällen als weitgehend ausgeschlossen.
Baden-Württemberg – Neue Funde in mehreren Städten
Auch in Baden-Württemberg wurden weitere Fälle bekannt.
In Filderstadt meldeten Familien inzwischen drei Vorfälle. Zweimal wurden Nadeln in Milch-Haselnuss-Schnitten entdeckt. In einem weiteren Fall fand eine Mutter mithilfe eines Magneten eine Nähnadel in einem verpackten Kaubonbon.
In Schorndorf entdeckte ein neunjähriges Mädchen eine Nadel in einem Marshmallow. Das Kind blieb unverletzt.
In Illingen im Enzkreis fand eine Mutter eine Nadel in einem Schokoriegel. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde sie offenbar von außen durch die Verpackung geschoben.
In Rielasingen-Worblingen im Landkreis Konstanz wurden metallische Fremdkörper in einzeln verpackten Waffelschnitten entdeckt.
Die Kriminalpolizei ermittelt zu den einzelnen Vorfällen.
Bayern – Nadeln und Schrauben in Süßigkeiten
In Bayern wurden ebenfalls zahlreiche Funde gemeldet.
In Regensburg entdeckte eine Mutter mehrere Zentimeter lange Nähnadeln in Schokoriegeln, die ihr Sohn gesammelt hatte.
In Gräfelfing bei München biss ein neunjähriger Junge in ein mit einer Nadel präpariertes Kaubonbon. Nach den vorliegenden Angaben blieb er unverletzt.
In Landshut und Adlkofen wurden Schrauben, Nadeln und andere spitze Metallgegenstände in Süßigkeiten gefunden.
In Vilshofen an der Donau entdeckten Eltern einen Nagel in einer Knusperwaffel. Aus Pilsting wurden eine Nadel und ein drahtähnlicher Gegenstand gemeldet.
Weitere Fälle wurden aus Nürnberg, Obernburg am Main und Neuburg an der Donau bekannt.
In den bislang gemeldeten bayerischen Fällen wurden keine Verletzten bekannt.
Thüringen – Polizei sucht nach Verteilorten
In Thüringen wurden Vorfälle aus Wintzingerode bei Leinefelde-Worbis, Herbsleben und Umpferstedt bei Weimar gemeldet.
In Umpferstedt fanden Familien Tackernadeln in Kaubonbons. Zwei Kinder im Alter von elf und zwölf Jahren blieben unverletzt.
Die Polizei versucht unter anderem herauszufinden, an welchen Haustüren die betroffenen Süßigkeiten verteilt wurden.
Rheinland-Pfalz – Zwei Mädchen entdecken Nadeln
In Rheinland-Pfalz wurden zwei Fälle aus der Region Trier bekannt.
In Hermeskeil entdeckte ein zehnjähriges Mädchen eine Nadel in einer Süßigkeit, bevor es diese verzehrte.
In Lünebach fand ebenfalls ein zehnjähriges Mädchen eine rund fünf Zentimeter lange Nadel in einem Schokoladenriegel.
Beide Kinder blieben unverletzt. Die Polizei ermittelt.
Hessen und Brandenburg – Weitere Vorfälle
In Groß-Zimmern in Hessen soll ein Kind einen Schokoriegel mit einem Nagel erhalten haben. Der Riegel wurde nicht gegessen. Verletzt wurde niemand.
In Sallgast in Brandenburg wurde eine Nadel an der Aufreißkante einer Gummi-Süßigkeit entdeckt. Der betroffene Junge blieb unverletzt.
Auch hier untersucht die Polizei die Herkunft der Gegenstände.
Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein – Weitere Metallfunde
In Sachsen-Anhalt wurden Nadeln und andere spitze Gegenstände unter anderem in Schokoriegeln, Schokowaffeln, Kaubonbons und einem Apfel entdeckt.
Betroffen sind unter anderem Magdeburg, Burg, Osterwieck und Hermsdorf.
In Schleswig-Holstein fanden zwei elfjährige Mädchen auf Fehmarn eine Nadel in einem Schokoriegel.
In Holm im Kreis Pinneberg entdeckte eine Familie einen etwa 3,5 Zentimeter langen Nagel in einem Kaubonbon.
Polizei ermittelt in zahlreichen Fällen
Die bekannt gewordenen Vorfälle betreffen inzwischen weite Teile Deutschlands. Neben den ausführlich beschriebenen Regionen liegen auch Meldungen aus Hamburg vor.
Die Polizei untersucht in mehreren Fällen den Verdacht, dass Süßigkeiten absichtlich mit gefährlichen Gegenständen versehen wurden. Dabei wird unter anderem wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung ermittelt.
Die Ermittler sichern die betroffenen Süßigkeiten und Verpackungen, suchen nach möglichen Verteilorten und befragen Zeugen.
Bislang ist nicht bestätigt, dass sämtliche Fälle miteinander zusammenhängen. Auch eine gemeinsame Tätergruppe oder ein übergreifendes Motiv sind nicht bekannt.
Polizei empfiehlt Kontrolle der Halloween-Süßigkeiten
Eltern sollten die von ihren Kindern gesammelten Süßigkeiten vor dem Verzehr sorgfältig kontrollieren.
Besonders wichtig ist es, auf beschädigte Verpackungen, Einstichstellen und sichtbare Fremdkörper zu achten.
Verdächtige Süßigkeiten sollten nicht gegessen werden. Die Polizei empfiehlt, betroffene Lebensmittel möglichst unverändert mitsamt Verpackung aufzubewahren und den Ermittlungsbehörden zu übergeben.
Die Untersuchungen zu den bundesweit gemeldeten Funden dauern an.
Quelle der Polizeinachricht: Polizeibehörden der betroffenen Bundesländer. Ergänzende Informationen aus den vorliegenden Berichten zu den bundesweiten Vorfällen.
Quelle der Polizeinachricht: Redaktion / Polizeibehörden der betroffenen Bundesländer