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Internationale Geldwäsche-Bande zerschlagen

05.03.2026 | 13:46

Redaktion Polizeiticker Deutschland

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Internationale Geldwäsche-Bande zerschlagen

Symbolbild (Bildquelle: Polizeiinspektion Celle)

Spanische Behörden haben im Rahmen einer internationalen Operation gegen Geldwäsche zwölf Verdächtige festgenommen. Das Netzwerk soll ukrainische Frauen ausgenutzt haben, um Bankkonten für illegale Finanztransaktionen zu eröffnen.

Im Rahmen einer internationalen Operation gegen Geldwäsche haben die spanischen Behörden zwölf Verdächtige festgenommen. Das kriminelle Netzwerk soll systematisch schutzbedürftige ukrainische Frauen ausgenutzt haben, um Bankkonten zu eröffnen, über die illegale Gewinne abgewickelt wurden.
Die Ermittler schätzen, dass die Organisation mit dieser Methode rund 4,75 Millionen Euro verdient hat. Die Operation wurde von der spanischen Polizei in Zusammenarbeit mit der ukrainischen Polizei sowie mit Unterstützung von Europol und INTERPOL durchgeführt.

Umfangreiche Ermittlungen und zahlreiche Sicherstellungen

Die zweijährigen Ermittlungen führten im Juni 2025 zu einer koordinierten Aktion in Spanien und der Ukraine.
Insgesamt wurden:
  • 12 Verdächtige festgenommen (8 in Alicante, 4 in Valencia)
  • 55 Opfer identifiziert
  • 9 Hausdurchsuchungen in Spanien und 8 in der Ukraine durchgeführt
Die Behörden beschlagnahmten zudem 88 Mobiltelefone, 20 Computer, 500 SIM-Karten, vier Fahrzeuge und 22 Bots. Weiter wurden 73'000 Euro und 4'200 US-Dollar Bargeld sowie 200'000 Euro in Kryptowährungen sichergestellt. Insgesamt 153 Bankkonten in elf Ländern wurden eingefroren, identifiziert oder gesperrt.

Ausnutzung ukrainischer Flüchtlingsfrauen

Nach Angaben der Ermittler nutzte das Netzwerk zunächst gestohlene Identitäten spanischer Staatsbürger, um Bankkonten zu eröffnen. Später änderten die Täter ihre Methode und begannen, ukrainische Frauen mit Schutzstatus in Spanien zu rekrutieren.
Die Frauen befanden sich laut Behörden oft in einer schwierigen Situation in vom Krieg betroffenen Regionen. Mitglieder der Organisation brachten sie nach Spanien, begleiteten sie zur Kontoeröffnung und schickten sie anschliessend wieder zurück in die Ukraine.

Verbindung zu Online-Glücksspiel und Betrug

Über die eröffneten Bankkonten beschafften sich die Täter zahlreiche Kreditkarten, die mit Online-Glücksspielkonten verknüpft wurden. Einige Konten wurden mit gestohlenen Identitäten registriert, andere liefen auf den Namen der Opfer.
Die Ermittler entdeckten bislang über 3'000 gestohlene Kreditkarten und mehr als 5'000 gestohlene Identitäten aus 17 Ländern.
Um ihre Gewinne zu erhöhen, nutzte das Netzwerk automatisierte Computersysteme für gross angelegte Wettaktivitäten. Insgesamt wurden mehr als 2,7 Millionen Euro auf Wettkonten eingezahlt und über 4,7 Millionen Euro wieder abgehoben.
Ein Teil der illegalen Gewinne wurde laut Ermittlungen in Luxusimmobilien investiert.

Europol unterstützte die Ermittlungen

Europol unterstützte die nationalen Behörden während der gesamten Ermittlungen mit analytischer und operativer Unterstützung sowie beim Informationsaustausch zwischen den beteiligten Ländern. Am Tag der Aktion war zudem ein Europol-Spezialist vor Ort, um die spanische Polizei in Echtzeit zu unterstützen.
Die Ermittlungen dauern an.
Quelle der Nachricht: Europol

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