Güstrow MV – Mordfall Fabian Lange – Haftprüfung für Tatverdächtige anberaumt
Redaktion Polizeiticker Deutschland
Im Mordfall des achtjährigen Fabian aus Güstrow findet am 03.12.2025 eine Haftprüfung für die tatverdächtige Gina H. statt. Während die Verteidigung fehlende Beweise und keine Haftgründe sieht, hält die Staatsanwaltschaft am dringenden Tatverdacht fest. Die Ermittlungen dauern an.
Mordfall Fabian (8) – Anberaumter Haftprüfungstermin am 03.12.2025 für Tatverdächtige Gina H.
Im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod des 8-jährigen Fabian aus Güstrow wurde für Mittwoch, den 3. Dezember 2025, vor dem Amtsgericht Rostock ein Haftprüfungstermin für die derzeit in Untersuchungshaft befindliche Tatverdächtige Gina H. (29) anberaumt. Die Haftprüfung erfolgt auf Antrag ihres Pflichtverteidigers, Rechtsanwalt Andreas Ohm.
Aussage der Verteidigung
Die Antragstellung stützt sich auf die Einlassung der Verteidigung, dass laut Aktenlage keine unmittelbaren Beweise für die Täterschaft der Beschuldigten vorlägen. Es handele sich um eine reine Indizienlage. Nach Einschätzung der Verteidigung seien auch keine Haftgründe gemäß § 112 Abs. 2 StPO (Flucht-, Verdunkelungs-, Wiederholungsgefahr) erkennbar.
Die Tatwaffe ist bislang nicht aufgefunden worden. Ohm verweist zudem auf einen aktuellen Zeugenaufruf der Polizei bezüglich eines orangefarbenen Ford Ranger, der am Tattag beobachtet worden sein soll, und zieht daraus Rückschlüsse auf den bisherigen Stand der Ermittlungen.
Aussage der Staatsanwaltschaft
Die Staatsanwaltschaft Rostock hat den Haftprüfungstermin bestätigt. Oberstaatsanwalt Harald Nowack erklärte, dass sich der dringende Tatverdacht gegen Gina H. seit der Festnahme am 06.11.2025 nicht abgeschwächt, sondern vielmehr gefestigt habe.
Er wies darauf hin, dass laut strafprozessualer Praxis rund 80 % aller Tötungsdelikte auf Indizienbeweisen beruhen. Eine abschließende Wertung obliege dem Gericht.
Die Entscheidung über die Fortdauer der Untersuchungshaft ist innerhalb von zwei Wochen nach Antragstellung zu treffen. Möglich sind: Fortsetzung der Haft, Außervollzugsetzung mit Auflagen (z. B. Meldepflicht, Abgabe von Ausweispapieren) oder Haftentlassung.
Hintergrund
Fabian wurde am 10.10.2025 im Zeitraum zwischen 11:00 Uhr und 15:00 Uhr in Güstrow als vermisst gemeldet. Am 14.10.2025 wurde seine Leiche am Ufer eines abgelegenen Tümpels bei Klein Upahl (ca. 15 km südlich von Güstrow) aufgefunden.
Die durchgeführte Obduktion ergab ein Tötungsdelikt. Hinweise auf eine nachträgliche Brandhandlung am Leichnam sind vorhanden. Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass es sich beim Fundort nicht um den ursprünglichen Tatort handelt.
Gina H., die Ex-Partnerin des Vaters von Fabian, war laut eigener Aussage am 14.10.2025 mit ihrem Hund in dem betreffenden Gebiet unterwegs und meldete den Fund des Leichnams. Am 06.11.2025 erfolgte ihre Festnahme in einem Dorf nahe Güstrow unter dem Vorwurf des Mordes.
Zeitgleich wurden Durchsuchungsmaßnahmen durchgeführt, u. a. an ihrer Wohnanschrift und an Fahrzeugen. Ihr Auto wurde sichergestellt, die Polizei bat öffentlich um sachdienliche Hinweise zur Nutzung und Beobachtung dieses Fahrzeugs am Tattag. Die Beschuldigte macht seither von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.
Neue Zeugin
Christina Habetha, die als Rechtsbeistand der Mutter von Fabian auftritt, hat nach eigenen Angaben eine weitere Zeugin an die Polizei vermittelt. Diese habe am 10.10.2025 – dem Tag von Fabians Verschwinden – ein bislang nicht identifiziertes Fahrzeug beobachtet, das für den Fall von Relevanz sein könnte.
Weitere Angaben zu Inhalt oder Bewertung der Aussage können bislang nicht öffentlich gemacht werden.
Die Ermittlungen der Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Rostock dauern an. Eine Anklage ist noch nicht erfolgt. Der Ausgang der anstehenden Haftprüfung könnte Einfluss auf den weiteren Verfahrensverlauf nehmen.